This is water, swim!
Barbara Burckhardt Katja Brunner, Dirk Laucke, wir wollen darüber reden, wie sich die Beschleunigung und Schlagzahlerhöhung, die seit einigen Jahren das deutsche Theater regiert, auf Autoren und ihre Stücke auswirkt. Katja Brunner, Sie haben gerade den Preis der Mülheimer Stücke mit Ihrem Missbrauchsdrama «von den beinen zu kurz» gewonnen. Sie sind gerade 22, das Stück haben Sie mit 18 geschrieben. Wie war der Weg bis zu diesem Erfolg in Mülheim?
Katja Brunner Begonnen hat das mit dem Dramenprozessor des Theaters Winkelwiese in Zürich.
Das war ein sehr geschützter Raum, da habe ich das Stück geschrieben. In einer Arbeitsatmosphäre, die nicht nur aufs Endprodukt schielt. Dann hab ich angefangen zu studieren, in Biel am Literaturinstitut. Da waren wir eine junge, überwiegend weibliche Gruppe, in der auch keine vorrangig über Verwertbarkeit nachgedacht hat. Wir konnten in sehr kleinen Schritten weitergehen. Es ging nie darum, unbedingt etwas abzuschließen. Beim Szenischen Schreiben an der UdK empfinde ich den Geist sehr anders. Da wird einem eigentlich empfohlen, sich für praktisch alles zu bewerben; das wird fast eingefordert, ohne dass reflektiert würde, was das bedeuten kann: Z.B., ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Freiraum Theater!, Seite 56
von Barbara Burckhardt
Die Theaterzeitschrift
im 54. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit
Marion Schamuthe
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Knesebeckstr. 59–61, 10719 Berlin,
Telefon 030/25...
So viel sie in der öffentlichen Diskussion gescholten und gegeißelt werden, so beliebt sind sie seit Jahren als Sujet in Literatur, Film sowie auf den sich nach wie vor als gesellschaftskritisches Korrektiv verstehenden deutschsprachigen Bühnen: die Banken und ihr Personal als moralisch bestenfalls zweifelhafte Agenten eines entfesselten Kapitalismus, der sich...
In Philipp Weiss’ Stücken treten massenweise Personen auf. Viele haben nur einen Auftritt oder eine kurze Szene zu verwalten, sind lediglich für Augenblicke Handlungsträger und kehren nie wieder. Ein Kosmos, wie von Paul Claudel ersonnen, tut sich auf: Zahlreiche Handlungsfäden und unterschiedlichste Figurenkonstellationen fügen sich, Szene um Szene, zu einem losen...
