Theatermacher im Dispo

Das Free-Market-Modell der New Yorker Theaterszene sorgt nicht nur für prekäre Finanzen, sondern auch für eine heikle künstlerische Qualität. Sieht so die Zukunft von Bühnen in Berlin und anderswo aus? Ein Bericht vom New Yorker «Theater-Prekariat»

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Seit einigen Jahren ist es in New York alltäglich geworden, schlechtes Theater zu sehen. Nicht nur vor den wirtschaftlich rentablen, kulturkonservativen Wohnzimmerdramen und touristentauglichen Musicalproduktionen muss man sich in Acht nehmen. Auch wenn das Stichwort «Avantgarde» fällt, ist Vorsicht geboten.

Peinliche Abende in stickigen Bühnenräumen in Downtown-Manhattan sind dann nämlich die Regel, an denen alle Schauspielklischees überbietende Akteure mit pathetisch erhobenen Händen politisch korrektes Bullshit-Bingo spielen und vermeintliche kulturelle Transgressionen unfreiwillig komisch geraten können. Abende, an denen man nicht glauben kann, wieder einmal in die Experimentaltheater-Falle gelaufen zu sein. 

Das war nicht immer so, galt die ehemalige East-Village-Bohème doch noch vor zehn Jahren als theatrales Zeitgeistzentrum und als Performance-Ort mit Elan und Visionen. Doch mit Manhattans Aufstieg zum Immobilienparadies, dem damit verbundenen Siegeszug der Superreichen und dem inzwischen fast vollständigen Absterben der lokalen Subkultur scheint auch das seriöse Kunsttheater einen unrühmlichen Abgang gemacht zu haben. Die Helden von damals – Techno-Performance-Diva Laurie ...

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Theater heute März 2007
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Daniel Schreiber

Vergriffen
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