Theater ohne Mantel

Der Realismus der Ideen oder Wie man nach sieben Spielzeiten «Theater des Jahres» wird. Eine Eigenwahrnehmung aus dem Deutschen Theater Berlin

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Was für ein schöner Titel: «Theater des Jahres 2008». Dankeschön, liebe Kritiker! Wir werden dieses Prädikat feiern, und Bernd Wilms, der im Abgehen ausgezeichnete Intendant, wird zum Anstoßen auf seiner alten West-Ost-Route von Charlottenburg nach Mitte in die Schumannstraße geradelt kommen. Glückwünsche werden jederzeit gerne entgegengenommen, unsere Grafik bastelt bereits an einem Jubel-Logo für die nächsten Drucksachen, und alle am Haus dürfen sich gemeint fühlen, auch der zweite Dramaturg von links, der hier ein bisschen versucht, für alle zu sprechen.

Das ist schwierig genug, ich sag jetzt mal trotzdem immer wir, wenn ich das Deutsche Theater und meine Kollegen meine.
 

Auszeichnungen nimmt man ernster dann, wenn man sie selber bekommt, das ist wohl ein Naturgesetz. Deshalb sei zur Einleitung dieser feierliche Ton gestattet. Alles Misstrauen, das Theaterleute gegen Kritiker völlig zu Recht hegen, will heute vergessen sein. Schon sehe ich mich in die ebenso peinliche wie schmeichelhafte Lage versetzt, darüber nachzudenken, was man – im undurchsichtigen Kollektiv von Künstlern einerseits sowie auch sonst diesseits und jenseits der Bühne – möglicherweise richtig gemacht hat. ...

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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Das Theater des Jahres, Seite 132
von Roland Koberg

Vergriffen
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