Theater mit «rückgratartiger Funktion»
Ich passe doch durch keine Tür», das war seine Antwort auf die Frage, ob er nach dem Ende seiner Bochumer Intendanz noch eine weitere anstrebe. Gemeint war, «die haben alle Angst vor mir». Diese Mischung aus Selbstsicherheit, Selbstironie und Anklage war typisch. Er war ein Mensch von großem Format. Die Türen der deutschen Theater hat er immer wieder eingerannt, so kam er durch. Und manchmal blieb er im Türrahmen hängen.
Begonnen hat er in Hamburg 1963 beim Studententheater der Universität, das von Claus Peymann geleitet wurde, dessen Nachfolger er dann später als Intendant in Bochum wurde. Aus Norddeutschland kam er, auch wenn er in Berlin wohnte. «Ich bin ein eingefleischter norddeutscher Protestant. Das geht auch nicht mehr weg», sagte er in einem Gespräch. Die sperrigen Autoren aus dem verregneten deutschen Norden blieben auch sein Spezialgebiet: Ernst Barlach, Hans Henny Jahnn, Friedrich Hebbel. Das sind Autoren, deren Stücke nicht einfach so auf die Bühne gestellt werden können, man muss an ihnen arbeiten. Das war Steckels Faible: die Orientierung, die ein Text anbietet, herausarbeiten, in eine Form bringen. Und dann passierte auch manchmal, was Steckel über seine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2024
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Gerhard Preußer
27.3./MITTWOCH 00.15, 3sat, Prinzessin Europa
Dokumentarfilm, Frankreich 2020, Regie Camille Lotteau
2019 zu den Europawahlen geht der französische Schriftsteller und Philosoph Bernard-Henri Lévy mit einem selbstgeschrie -benen Theaterstück auf eine Tournee durch zwanzig europäische Staaten, um für die europäische Idee zu werben. Dabei kommt es zu zahlreichen...
Der Mount Everest, benannt nach einem britischen Geodäten und Offizier, der dereinst die Vermessung des Subkontinents Indien leitete, ist der höchste unter den vierzehn Achttausendern. Dass er zunächst nur Peak XV hieß, erfährt man zu Beginn des Theatertextes, der kurz darauf auch preisgibt, dass die Ehre der Namenspatenschaft eigentlich einem «blitzgescheiten...
Wir leben in unruhigen Zeiten. Überall auf der Welt kämpfen gerade sehr mächtige Männer mit allen Mitteln um ihren Platz oben in der Rangordnung. Nicht, dass es jemals groß anders gewe -sen wäre, aber es hat Zeiten gegeben, in denen sie zumindest in unserer Demokratie etwas ruhiger, eingehegter, zivilisierter waren. In Berlin nähern sich zwei Inszenierungen dem...
