Theater mit «rückgratartiger Funktion»

Nachruf auf Frank-Patrick Steckel – Regisseur, Intendant, Übersetzer und kritischer Zeitgenosse

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Ich passe doch durch keine Tür», das war seine Antwort auf die Frage, ob er nach dem Ende seiner Bochumer Intendanz noch eine weitere anstrebe. Gemeint war, «die haben alle Angst vor mir». Diese Mischung aus Selbstsicherheit, Selbstironie und Anklage war typisch. Er war ein Mensch von großem Format. Die Türen der deutschen Theater hat er immer wieder eingerannt, so kam er durch. Und manchmal blieb er im Türrahmen hängen.

Begonnen hat er in Hamburg 1963 beim Studententheater der Universität, das von Claus Peymann geleitet wurde, dessen Nachfolger er dann später als Intendant in Bochum wurde. Aus Norddeutschland kam er, auch wenn er in Berlin wohnte. «Ich bin ein eingefleischter norddeutscher Protestant. Das geht auch nicht mehr weg», sagte er in einem Gespräch. Die sperrigen Autoren aus dem verregneten deutschen Norden blieben auch sein Spezialgebiet: Ernst Barlach, Hans Henny Jahnn, Friedrich Hebbel. Das sind Autoren, deren Stücke nicht einfach so auf die Bühne gestellt werden können, man muss an ihnen arbeiten. Das war Steckels Faible: die Orientierung, die ein Text anbietet, herausarbeiten, in eine Form bringen. Und dann passierte auch manchmal, was Steckel über seine ...

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Theater heute März 2024
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Gerhard Preußer

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