Die letzten Tage der Menschheit
Der Münchner Alexander Giesche ist ein Regisseur der letzten Generation. Anstatt sich auf Straßen festzukleben, lässt er auf der Bühne die Melancholie der Menschheit aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensgrundlage greifbar werden. Wir schaffen uns selbst ab, das kann durchaus traurig werden. Giesche hat einen neuen Ton ins Theater gebracht, erst jetzt merkt man, wie sehr sonst gebrüllt wird.
Bei Giesche ist alles leise und langsam, sozusagen ein Memento mori in Zeitlupe – insofern ist er Susanne Kennedys futuristischen Verlorenheitssettings gar nicht unähnlich, nicht unbedingt in der visuellen Bühnensprache, aber durchaus in der Haltung.
Auf den ersten Blick passt ein Sci-Fi-Stoff also sehr gut zu diesem Theatermacher, der seine Abende «Visual Poems» nennt. Die dänische Lyrikerin Olga Ravn hat mit «Die Angestellten» (2021) einen Roman geschrieben, der eine Untersuchung der Arbeitsverhältnisse im 22. Jahrhundert sein möchte – sie landete damit auf der Shortlist für den Booker Prize. Auf einem Raumschiff teilen sich Menschen und Humanoide die Arbeit; wir erfahren, dass die Tiere ausgestorben sind und sie die Erde zurücklassen mussten. Es hat Witz, wenn Humanoide nicht verstehen, warum ...
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Theater heute März 2024
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Karin Cerny
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Herzlich willkommen in meiner Kolumne. Schön, dass Sie es in den zweiten Satz geschafft haben. Ich war mir bei dem Titel nämlich wirklich nicht sicher. Meinen inneren Zweifeln und verantwortungsbewussten Ansprüchen zum Trotz wollte ich ihn aber unbedingt stehen lassen. Denn in ihm spiegelt sich die Quintessenz dieser Kolumne. Warten Sie ab.
Im Dezember hörte ich...
