Theater der Welt 2026 in Chemnitz
Nikos Mavrakis:
In einem Europa, geprägt von Krieg und extremer Rhetorik, sehe ich das Theater als einen Ort der Befreiung. Als eine Auszeit von schnelllebigen Erzäh lungen und inhaltsleeren Botschaften. Es ist ein Ort, an dem etwas Wahres und Gerechtes ausgesprochen wird. Unsere Räume fungieren als Enklaven des Wider stands, wo wir uns versammeln, um herauszufinden, was Angst, Kontrolle
und Gleichgültigkeit zum Schweigen bringen.
NIKOS MAVRAKIS, Athen, Griechenland, etablierte 2025 das historische Amalia Theatre in Thessaloniki als Basis für lokale Künstler:innen und als Ort künstlerischer Experimente
Srishti Ray:
Theater ist tief in der gelebten Realität verwurzelt. Ich sehe im Theater ein feines Gleichgewicht zwischen Tradition und Neuerfindung. Künstler:innen arbeiten mit Klarheit und Zielstrebigkeit über Sprachgrenzen und Einschränkungen hinweg. Es ist inspirierend zu sehen, dass selbst in unterschiedlichen Kontexten ein gemeinsamer Drang besteht, Geschichten zu erzählen – Geschichten, die nicht überhört werden und nicht untergehen in der gegenwärtigen Flut an Informationen.
SRISHTI RAY, Mumbai, Indien, ist Theaterproduzentin und Kunstmanagerin mit einem besonderen Interesse ...
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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Festivals, Seite 29
von
Es ist wieder da. Bösartig, wie es genannt wird, vermutlich auch wegen seiner Gleichgültigkeit, ist das Geschwür in den Bauch zurückgekehrt. Es hat diese Drüse befallen, die im gesunden Fall Enzyme und Hormone speichelt. Das Pankreas. Ein fleißiges, unauffälliges, schwer verzichtbares Organ.
Der Frau mit der Rezidivdiagnose in der Saarbrücker Uraufführung von Maria...
Pläne der Redaktion
Wilfried Schulz verabschiedet sich nach zehn Jahren vom Düsseldorfer Schauspielhaus, dem er ein neues Selbstverständnis gegeben hat: eine Bilanz
Wer kann von sich behaupten, vom Schauspieler zum Bühnenbildner zum Regisseur ge- wechselt zu sein? Wolfgang Menardi! Ein Porträt
Wenn schon Nostalgie, warum dann nicht eine Orwell-Verfilmung von...
Drei Frauen skandieren, leicht zeitversetzt, in drei verschiedenen Sprachen. Zwei frontal von der Bühne, eine oben im Rang. Sie fallen sich ins rhythmisch artikulierte Wort und zitieren, kaum verständlich, den polnischen Widerstandskämpfer und Holocaust-Augenzeugen Jan Karski, der 1943 dem US-Präsidenten Frank D. Roosevelt und anderen amerikanischen Würden -trägern...
