Theater der Liebe und Revolution

Das Mülheimer Theater an der Ruhr feiert zum dritten Mal den Rausch: Philipp Preuss inszeniert Kleists «Amphitryon» und Roberto Ciulli «Ich, Antonin Artaud – Der wilde Harlekin»

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Rausch Drei» – zum dritten Mal in dieser Spielzeit will das Theater an der Ruhr sein Publikum berauschen. Als Alter -native zum Stadttheatersystem hat sich das Theater an der Ruhr in Mülheim/Ruhr seit seiner Gründung 1980 verstanden. Das Konzept der drei «Rausch»-Inseln im Spielplan ist der Versuch, diese Rolle weiterzuentwickeln.

Gastspiele im deutschsprachigen Raum, auf denen die frühere Konzeption des Theaters an der Ruhr auch beruhte, sind nur noch wenige möglich. Die Mittel bei den Bespieltheatern wurden stark gekürzt.

Das Konzept der Spielplaninseln ist eine Antwort auf diese Entwicklung.

Es ist dabei mehr als ein En-Suite-Spielplan, es ist die inhaltliche Konzentration des ganzen Betriebs auf ein Thema und der Versuch, um die Theaterinszenierungen herum ein Feld von Veranstaltungen verschiedenster Art aufzubauen: Installationen, Vorträge, Konzerte, Partys. Ein Konzept als Reaktion auf kulturelle Entwicklungen, die auch andere Theater aufzugreifen versuchen: die Konzentration auf Events – die Aufwertung der situativen Entscheidungsfreiheit der Theaterbesucher, die Abwertung der Routine des Kulturkonsums – und die «Verfransung der Künste», also die Aufwertung der Vielfalt von ...

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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Gerhard Preußer

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