«Keep Jena wild»
Es war immer spannend mit dir.» Lizzy Timmers blickt verschmitzt melancholisch auf den Boden, genauer auf die Drehbühne, der diese Worte gelten. In ihrer Jenaer Abschiedsperfomance «So long, Jena» verabschiedet sie sich zusammen mit Paul Wellenhof vom Publikum in Jena. «Keep Jena wild», ruft sie dem Publikum zu und meint es so. Die Performance «So long, Jena» ist eine einzige Liebeserklärung an die Stadt und sein Publikum. Timmers und Wellenhof schweben in einem großen Holznest vom Bühnenhimmel.
Sie singt über die Straßen der Stadt, er fährt mit Rollschuhen über den Holzboden, und beide inszenieren gemeinsam die schönsten Abschiedsszenen der Kulturgeschichte – von «Terminator» bis «Romeo und Julia».
Dazu gibt es immer wieder biografische Einsprengsel über (Nicht-) Abschiede von den sterbenden Großvätern oder über die Rassismus -erfahrungen der eigenen Ur-Oma, die aus den niederländischen Kolonien nach Rotterdam kam, um dort Krankenschwester zu werden. Auch wenn die beiden das Holznest verlassen, schweben sie geradezu durch den Abend. Fein witzige Spiele des Abschieds formen sich zu einer ganz persönlichen Performance. Am Ende ist Wellenhof einfach verschwunden, womit auch das ...
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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Theaterhaus Jena, Seite 32
von Torben Ibs
Ich war ja neulich am Meer. An der Nordsee, auf Amrum. Sieben Tage lang. Ich hatte mir eine kleine Wohnung gemietet, von der aus ich direkt aufs Wasser gucken konnte und schrieb. Und las. Aß. Trank. Und schlief. Und ich werde es wieder tun.
Schreiben ist Arbeit. Aber da ich mich weder um meine Mails noch um die Bürokratie kümmerte, keine Telefonate führte, hier...
On Tour
BASEL, KASERNE
7.–8., Yasmine Hugonnet / Cie Arts Mouvementés. Les Porte-Voix – Cabaret Ventriloque
15., 27., Patricija Bronic, Klapa (AT)
16.–17., Marc Brew und Sidi Larbi Cherkaoui, An Accident / A Life 29.–31., Tabea Martin, Love Scenes
BERLIN, BALLHAUS OST
18.–19., Rodrigo Zorzanelli, Multiple Memberships
24.–26., Tentacular Figurings, Meet your...
Schön ist schlimm, und schlimm ist schön.» Die Umwertung aller Werte steht am Anfang von Shakespeares Mörder -drama «Macbeth». Drei Hexen sprechen den seltsam symmetrischen Satz, den Johan Simons zum Konzept seiner Bochumer Inszenierung macht: Jens Harzer, Marina Galic und Stefan Hunstein stehen zu Anfang in schwarzen Smokings, Fliegen und weißen Hemden auf der...
