«Keep Jena wild»
Es war immer spannend mit dir.» Lizzy Timmers blickt verschmitzt melancholisch auf den Boden, genauer auf die Drehbühne, der diese Worte gelten. In ihrer Jenaer Abschiedsperfomance «So long, Jena» verabschiedet sie sich zusammen mit Paul Wellenhof vom Publikum in Jena. «Keep Jena wild», ruft sie dem Publikum zu und meint es so. Die Performance «So long, Jena» ist eine einzige Liebeserklärung an die Stadt und sein Publikum. Timmers und Wellenhof schweben in einem großen Holznest vom Bühnenhimmel.
Sie singt über die Straßen der Stadt, er fährt mit Rollschuhen über den Holzboden, und beide inszenieren gemeinsam die schönsten Abschiedsszenen der Kulturgeschichte – von «Terminator» bis «Romeo und Julia».
Dazu gibt es immer wieder biografische Einsprengsel über (Nicht-) Abschiede von den sterbenden Großvätern oder über die Rassismus -erfahrungen der eigenen Ur-Oma, die aus den niederländischen Kolonien nach Rotterdam kam, um dort Krankenschwester zu werden. Auch wenn die beiden das Holznest verlassen, schweben sie geradezu durch den Abend. Fein witzige Spiele des Abschieds formen sich zu einer ganz persönlichen Performance. Am Ende ist Wellenhof einfach verschwunden, womit auch das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2024
Rubrik: Theaterhaus Jena, Seite 32
von Torben Ibs
Ich war ja neulich am Meer. An der Nordsee, auf Amrum. Sieben Tage lang. Ich hatte mir eine kleine Wohnung gemietet, von der aus ich direkt aufs Wasser gucken konnte und schrieb. Und las. Aß. Trank. Und schlief. Und ich werde es wieder tun.
Schreiben ist Arbeit. Aber da ich mich weder um meine Mails noch um die Bürokratie kümmerte, keine Telefonate führte, hier...
Fünf schwarze, abhottende Zottelberge, mehr mystische Monster als menschenartige Wesen – zumindest solange sie nicht die Zottelkapuze abgezogen haben und Köpfe sichtbar werden: mit futuristisch ondulierten blonden Kurzhaarfri -suren, die Gesichter in unterschiedlichen Farben. Mal raven sie zu Technobeats, die dreifingrigen Fäustlinge zur Decke gestreckt, mal...
Pläne der Redaktion
Der Festivalsommer beginnt. Mit FIND in Berlin, Radikal jung in München, dem Heidelberger Stückemarkt und Fokus Ukraine in Düsseldorf
Anne Rietmeijer, geboren 1993 in Amsterdam und seit 2018 im Ensemble des Schauspiels Bochum, schreibt schon mal ihre Figur weiter und hat einiges zu erzählen. Ein Porträt
Nora Abdel-Maksoud gibt tiefe Einblicke in...
