Mord bleibt Mord

Tamara Trunova/Stas Zhyrkov nach Aischylos «Die Orestie. Nach dem Krieg»; Eugène Labiche/Elfriede Jelinek «Das Sparschwein/Die Kontrakte des Kaufmanns» am Schauspielhaus Düsseldorf

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Nicht gerade optimistisch für eine National -hymne: «Ruhm und Wille der Ukraine sind noch nicht tot», lauten die ersten Worte der ukrainischen Hymne, und ihr Titel: «Noch ist die Ukraine nicht gestorben». Das Lied kündet von «blutigen Schlachten», davon, sich für die Freiheit zu opfern, und vom Glauben an eine Zukunft, in der die Ukrainer:innen «niemandem erlauben, in unserem Heimatland zu herrschen». Verfasst wurde es 1862 als patriotisches Gedicht, in einer Zeit, die auf Wikipedia die Überschrift «Zwischen Polen-Litauen und Zarenreich Russland» trägt.

Was bedeutet es für die Identifika -tion einer Bevölkerung, wenn die Bedrohung durch annektionswütige Nachbarländer stets mitgedacht werden muss? Diese Frage setzen Autorin Tamara Trunova und Regisseur Stas Zhyrkov an den Beginn ihres Dramas «Die Orestie. Nach dem Krieg».

Als Antwort gibt es vom weiß gewandeten Agamemnon (Jürgen Sarkiss), der in Denkerpose zusammen mit einem Kind, vielleicht Orest, zwischen antiken Säulen sitzt, dann allerdings vor allem patriotische Stolz- und Durchhalte -parolen. Das ist etwas symptomatisch für diese Arbeit von Trunova und Zhyrkov, die im Jahr 2019 gemeinsam die Leitung des «Left Bank Theater» in ...

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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Cornelia Fiedler

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