Szenen vom Tanzen und Sterben
Wer ist Amir Gudarzi? «Ein iranischer Autor, der österreichische Autor, ein geflüchteter, ein aus dem Nahost stammender Autor, ein Muslim oder Nicht-Muslim, ein Atheist, ein aus Teheran stammender Autor, der Wiener Autor, der junge Autor, Exil-Dramatiker, ein im Iran geborener und in Österreich lebender Autor, der iranischösterreichische Autor, der Exil-Iraner, der in Österreich lebt. All das wurde über mich gesagt», schreibt Gudarzi im Prolog zu seinem Stück «Quälbarer Leib – ein Körpergesang» (2024).
Und weiter: «Was erzählen diese Zuschreibungen über mich? Was beschreibt mich? Was sagt mein Körper dazu?»
Der 1986 in Teheran geborene Gudarzi besuchte die einzige Theaterschule der Stadt und studierte szenisches Schreiben, ehe er 2009 – als es bei Massendemonstrationen nach der Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad zahlreiche Verhaftungen und Tote gab – aus dem Iran flüchtete. Er lebt seither in Wien, ist seit 2017 österreichischer Staatsbürger und hat die typische Karriere eines Jungdramatikers gemacht. Für seine metaphernreichen, manchmal etwas überkonstruierten Stücke – angesiedelt zwischen Mythos und Realität, Osten und Westen, Vergangenheit und Zukunft – bekam Gudarzi ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 30
von Wolfgang Kralicek
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