Klassiker ohne Hits

nach Shakespeare «Die Tragödie von Romeo & Julia» am Schauspielhaus Graz

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Weder Nachtigall noch Lerche, gar keine Balkonszene. Kein Bruder Lorenzo, kein fatal missverstandener Scheintod. Keine Fechtszenen. Emre Akals «Romeo und Julia»-Inszenierung (Autorenzeile: «nach William
Shakespeare») ist wie ein Rockkonzert, in dem die Band keinen ihrer Hits spielt.

Das Personal ist auf acht Figuren reduziert, vier für jedes Lager: In Team Montague sind Romeo (Mario Lopatta), sein Vater (Franz Solar), Benvolio (Anna Rausch) und Mercutio (László Branko Breiding) am Start; im Team Capulet sind es Julia (Luiza Monteiro), ihre Mutter (Luisa Schwab), die Amme (Anke Stedingk) und Tybalt (Anna Klimovitskaya). Vom Text (Übersetzung Thomas Brasch) sind nur ein paar Seiten übrig geblieben; dass die Aufführung trotzdem gut 90 Minuten dauert, liegt daran, dass oft auch gar nicht gesprochen wird. Zu frickelnden, schleifenden Elektro-Loops (Musik Enik) sind dann nur lebende Bilder zu sehen.

Das Bühnenbild hat das Künstlerduo Mehmet & Kazim gestaltet, mit dem Akal schon öfter gearbeitet hat, unter anderem 2023 in seiner ersten Grazer Inszenierung, «Sonne/Luft» von Elfriede Jelinek. Damals hatten Mehmet & Kazim ein Raumschiff auf die Bühne gestellt, diesmal ist es ein aus ...

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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Wolfgang Kralicek

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