Superheld:innen
«Zorro» und «Wonder Woman», zwei überaus kämpferische Texte, kommen überraschenderweise als Clownsspiel daher. Vor allem der zweite – mit riesigen roten Clowns-Pantinen wackeln vier Frauen herein, die in der Folge die Geschichte eines grotesken Justizirrtums erzählen, der vor sechs Jahren Italien erschütterte und bis heute zum Aufregen ist. Eine junge Immigrantin aus Peru hatte damals eine Vergewaltigung durch zwei Landsleute zur Anzeige gebracht – aber schon die Polizei glaubte ihr nicht.
Das sei doch sicher Sex im Einvernehmen gewesen, wurde ihr immer wieder entgegengehalten – und habe sie denn die Situation nicht selbst heraufbeschworen in einem alkoholischen Exzess, wie er quasi landes- und kulturtypisch sei unter Exil-Peruanern? Offener Rassismus gegenüber Immigrant:innen mischt sich auf grausame Weise mit sexistischer Ignoranz und Verachtung der übelsten Sorte; und schließlich sind es sogar bioitalienische Richterinnen, die die der Vergewaltigung beschuldigten Männer freisprechen, während das Opfer immer nur darauf beharren kann, dass «mein Körper nicht lügt».
Die Cottbuser Schauspiel-Frauen Lisa Schützenberger und Sigrun Fischer, Ariadne Pabst und Anouk Wagener erzählen die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2021
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Michael Laages
Manfred Karge, Schauspieler, Stückeschreiber, Regisseur konnte (oft zusammen mit Matthias Langhoff ), von der Künstleragentur der DDR unterstützt, seit den 1970er Jahren im Westen arbeiten, u. a. an den von Claus Peymann geleiteten Bühnen in Bochum und Wien. Gemeinsam mit dem Dramaturgen Hermann Wündrich hat er im Berliner Ensemble unter der Intendanz Peymanns von...
Noch bevor es richtig losgeht, besteht erhöhter Aktualisierungsbedarf. Sophie Stockinger, später die Darstellerin des jungen Revolutionärs Pawel, entert die Bühne und zitiert feurig einen Aufsatz zur Arbeiterklasse und Arbeiterbewegung im 21. Jahrhundert aus einer 2003 erschienenen Nummer von «Z – Zeitschrift für marxistische Erneuerung». Darin wird Marx zwar sanft...
Der Hauptbahnhof Gelsenkirchen ist deprimierend. Überquellende Mülleimer, Geruch von altem Dö -ner, auf zwei Ebenen irgendwelche Shops, tätowiert herumstehende junge Männer. Und dann hat man das gelbe Schild mit dem QR-Code doch noch gefunden, steigt aufs selbst mitgebrachte Fahrrad und folgt den Pfeilen, die an Laternenpfählen oder Zäunen angebracht sind. Und...
