Die Macht und die Demokratie
Manfred Karge, Schauspieler, Stückeschreiber, Regisseur konnte (oft zusammen mit Matthias Langhoff ), von der Künstleragentur der DDR unterstützt, seit den 1970er Jahren im Westen arbeiten, u. a. an den von Claus Peymann geleiteten Bühnen in Bochum und Wien. Gemeinsam mit dem Dramaturgen Hermann Wündrich hat er im Berliner Ensemble unter der Intendanz Peymanns von 2013 bis 2017 eine Lesereihe zu umkämpftem und missliebigem Theater in der DDR bestritten. Aus diesem Material haben Karge und Wündrich nun das spannende Theaterbuch «Erstürmt die Höhen der Kultur!» montiert.
Mit ihrer Sammlung von Dokumenten, Stories, Berichten und Gesprächen liefern sie eine wichtige Ergänzung zur bisher bekannten Theatergeschichte der DDR.
Vieles war eben doch ganz anders. Und die in diesem Buch zu findende «Erkenntnis» kann, davon sind, Brechts «Fatzer» zitierend, Karge und Wündrich überzeugt, «an einem anderen Ort gebraucht werden, als wo sie gefunden wurde». Die Auswahl der Fälle von vergessenen und verbotenen Stücken ist nicht repräsentativ, Ratgeber waren persönliche Vorlieben, Erinnerungen und der Zufall. Sie zeigt auch deutlich, welche große Bedeutung die maßgeblichen Politiker und die ...
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Theater heute November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Klaus Völker
Kindheit und Jugend – das sind zwei verschiedene Phasen. Bonn Parks neues Jugendstück thematisiert diesen Bruch. «Bambi» – das ist die Kindheit, «Die Themen» – das ist das Ende der schönen Disney-Welt. «Bambi & Die Themen» knüpft an den Disney-Film von 1942 an, aber vor allem an die Katastrophen, die das Unschuldstier schon damals erleben musste: Tod der Mutter,...
Würde nicht André Szymanski diesen Jakob spielen und das mit einer so überzeugend lässigen Ernsthaftigkeit, mit einem so nachdenklichen, ruhigen Ton, dann wäre man am Ende etwas verstimmt. Denn an den Schluss ihrer Inszenierung der «Jakobsbücher» setzt Ewelina Marciniak einen Kommentar, der den titelgebenden Helden wohl auf den Boden der feministischen Tatsachen...
Noch bevor es richtig losgeht, besteht erhöhter Aktualisierungsbedarf. Sophie Stockinger, später die Darstellerin des jungen Revolutionärs Pawel, entert die Bühne und zitiert feurig einen Aufsatz zur Arbeiterklasse und Arbeiterbewegung im 21. Jahrhundert aus einer 2003 erschienenen Nummer von «Z – Zeitschrift für marxistische Erneuerung». Darin wird Marx zwar sanft...
