Such a mixed picture
Oben könnten wir uns doch treffen, hatte er auf Englisch ins Handy gesagt, high up am Grünen Hügel in Bayreuth, vor dem Festspielhaus, da mache er gerade die Wiederaufnahme mit Castorf für den «Ring».
Oben klingt gut, oben ist die Richtung, in die einen Aleksandar Denic sowieso immer gucken lässt in den Schachtelburgen, die er bisher im deutschsprachigen Raum gemacht hat und meistens mit Frank Castorf: für Tschechows «Duell» an der Berliner Volksbühne, Kafkas «Amerika» in Zürich, Célines «Reise ans Ende der Nacht» im Münchner Residenztheater und natürlich für den «Ring» im Sommer letzten Jahres in Bayreuth, der jetzt wiederbelebt wird. Oben steht meistens irgendwas, was den Blick auf sich zieht, ein Roter Stern, prägnante Worte in unterschiedlichsten Sprachen: «Ach, die Deutschen» auf Russisch, beim ««Duell», oder «Liberté, Egalité, Fraternité» beim Céline, aber im Schriftzug von Auschwitz’ «Arbeit macht frei».
Jetzt steht also Aleksandar Denic oben, am gar nicht so hohen Bayreuther Hügel, ein kleiner, lebhafter Mann, der sofort zur Sache kommt und zum Tatort strebt: Da drinnen, im bombastischen Festspielhaus, da kann er mir direkt zeigen, was er so macht. In der 5. Reihe – vorne ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Bühnenbilder des Jahres, Seite 110
von Barbara Burckhardt
Was macht Inszenierungen des Jahres aus? Tolle Schauspieler? Geniale Regisseure? Solide Subventionsverhältnisse? Klar doch! Aber da war doch noch etwas anderes.
Kritisches Theater, zum Beispiel.
Aber was ist das nun wieder? Und wie funktioniert es heute?
Als mich die Anfrage zu diesem Thema erreichte, erschrak ich zunächst, denn in über 15 Jahren Leitungsverantwortung an nicht idealen Theatern hatte ich nie mehr darüber nachdenken können, was ideal wäre. Sondern immer nur darüber, wie Optimales im
Unidealen zu schaffen sei. Umso neugieriger war ich auf meine eigenen Wünsche. Diese sind seit mehreren...
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