Ein Raum des Widerstands

Robert Borgmann wünscht sich mehr vom Weniger

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Theater gibt es gar nicht, das Wort ist ein leerer Raum. Das Theater ist ein Ort, an welchem Menschen sich einfinden, um einer ritualisierten Handlung beizuwohnen. Eine Communitas sollte entstehen zwischen Publikum und Spielern, eine Gemeinschaft, die es nur im Theater geben kann und leider kaum je gibt heute. Da ich also an einem Ort arbeite, den es nicht gibt und der zudem seinen eigentlichen, also gemeinschaftsbildenden Sinn verloren hat, habe ich ein Problem – als jemand, der seine Theaterarbeit im Rahmen dieses gemeinsamen, 3.000 Jahre alten existierenden Versuchs versteht.

Dieser Raum existiert, um sich als Mensch darin wiederzufinden und dieses eigenartig-amorphe Tier neu zu erfinden. Auch dafür, um dem Sonstso der so genannten Realität etwas Schönheit abzutrotzen, Klarheit, Konzentration zu finden für die Erforschung des Problems unserer Anwesenheit hier auf der Welt. Das könnte Theater sein. Aber leider …

Ist das Theater eine Art digitales Monstrum geworden, in dem das eigentlich gar nicht funktioniert. Insofern ist es wiederum Repräsentation der Welt, die es repräsentieren soll. Sagt wer? Wenn das Theater diese Welt repräsentieren soll, dann bin ich raus. Ich will ein ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 118
von Robert Borgmann

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