Stimmungsbilder aus dem Trockendock
Fast genau ein Jahr ist es her, dass Mitte März 2020 der gesamte Spielbetrieb über Nacht auf null gebracht wurde – Maschinen stopp! aus voller Fahrt –, ein bis dato einmaliger Vorgang, anfangs noch deklariert als kurzer kollektiven Kraftakt, um bald wieder zum glücklichen Normalzustand zurückzukehren. Doch der ist nach vorsichtigen Lockerungsversuchen im letzten Sommer noch immer nicht in Sicht.
Vielmehr fragt man sich inzwischen fast schon, was das eigentlich war, Normalität? Wird es so etwas je wieder geben?
Trotz erfreulich sinkender Inzidenzwerte ist von einem Wiederöffnungsszenario für die Theater nach wie vor viel zu wenig die Rede. Umso mehr dafür von Einnahmeausfällen in schwindelnder Höhe. Eine soeben von der Wirtschaftsprüfgesellschaft Ernst & Young veröffentlichte (und von der europäischen Autoren- und Komponistinnen-Vereinigung GESAC in Auftrag gegebene) Studie «Rebuilding Europe. Die Kultur- und Kreativwirtschaft vor und nach COVID-19» hat für 2020 europaweit im Bereich der darstellenden Künste einen Umsatzrückgang von 90 Prozent (entsprechend einem Wert von 37 Milliarden Euro) festgestellt. Im laufenden Jahr dürfte es kaum wesentlich besser werden, sodass man ...
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Theater heute März 2021
Rubrik: Szene Corona, Seite 17
von Silvia Stammen
Niemand kann derzeit genau sagen, ob, wie und wann genau das Berliner Theatertreffen stattfinden wird. Aber die Auswahl steht!
Eingeladen sind Anna Gmeyner «Automatenbüffett» (Regie Barbara Frey, Akademietheater Wien), «Der Zauberberg» nach Thomas Mann (Regie Sebastian Hartmann, Deutsches Theater Berlin), «Einfach das Ende der Welt» nach Jean-Luc Lagarce (Regie...
Am Ende kehrte er zu seinen Wurzeln zurück. Das letzte Buch des Dichters Ludwig Fels ist ein Band mit Gedichten in fränkischer Mundart. Er, der seit fast vierzig Jahren in Wien lebte, besann sich auf einmal auf die Sprache, mit der er aufgewachsen war. In Treuchtlingen bei Ansbach, wo er 1946 in eine kleinbürgerliche Familie geboren worden war, sprach man eben so:...
Was für ein Theater will diese Stadt? Seit bald sieben Jahren berät man in Frankfurt am Main darüber, was mit dem in großen Teilen maroden Gebäude der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz geschehen soll: Sanieren? Abreißen? Hier oder an anderer Stelle neu bauen? Mit oder ohne Interim? Als «Doppelanlage» von Oper und Schauspiel wie bisher oder aufgeteilt? Auf...
