Stimmungsbilder aus dem Trockendock
Fast genau ein Jahr ist es her, dass Mitte März 2020 der gesamte Spielbetrieb über Nacht auf null gebracht wurde – Maschinen stopp! aus voller Fahrt –, ein bis dato einmaliger Vorgang, anfangs noch deklariert als kurzer kollektiven Kraftakt, um bald wieder zum glücklichen Normalzustand zurückzukehren. Doch der ist nach vorsichtigen Lockerungsversuchen im letzten Sommer noch immer nicht in Sicht.
Vielmehr fragt man sich inzwischen fast schon, was das eigentlich war, Normalität? Wird es so etwas je wieder geben?
Trotz erfreulich sinkender Inzidenzwerte ist von einem Wiederöffnungsszenario für die Theater nach wie vor viel zu wenig die Rede. Umso mehr dafür von Einnahmeausfällen in schwindelnder Höhe. Eine soeben von der Wirtschaftsprüfgesellschaft Ernst & Young veröffentlichte (und von der europäischen Autoren- und Komponistinnen-Vereinigung GESAC in Auftrag gegebene) Studie «Rebuilding Europe. Die Kultur- und Kreativwirtschaft vor und nach COVID-19» hat für 2020 europaweit im Bereich der darstellenden Künste einen Umsatzrückgang von 90 Prozent (entsprechend einem Wert von 37 Milliarden Euro) festgestellt. Im laufenden Jahr dürfte es kaum wesentlich besser werden, sodass man ...
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Theater heute März 2021
Rubrik: Szene Corona, Seite 17
von Silvia Stammen
Stücke schreiben, Texte lesen – geht eigentlich immer, sollte man meinen, da können die Viren noch so mutieren. Doch für die Mülheimer Theatertage werden qua Reglement nicht nur Stücke gelesen und nominiert, sondern auch deren Inszenierungen, weshalb im Auswahlzeitraum mit 87 Stücken letztlich doch deutlich weniger Stücke als üblich zur Diskussion standen.
Die...
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Eva Behrendt Die Protagonistin von «Wounds Are Forever» heißt Sivan Ben Yishai. Was für ein Zufall!
Sivan Ben Yishai Die Sivan Ben Yishai im Stück ist so etwas wie eine Ur-Jüdin, eine Superprotagonistin. Sie kann Autorin sein oder Kämpferin, ein Zug oder ein Flugzeug, sie lebt über Generationen und scheint praktisch unsterblich. Sie ist der Körper, der das...
