Steuer, aber sexy
Wenn es nach Thomas Piketty ginge, ließe die Welt sich durchaus retten vor Umweltzerstörung, Klimakatastrophe, Massenverarmung. Eine simple progressive Eigentumssteuer könnte sowohl ein Grundeinkommen für alle Bürgerinnen, eine Kapitalstarthilfe für jeden Berufsanfänger als auch die Umstellung auf ein ökologisches Wirtschaften finanzieren, behauptet der französische Wirtschaftswissenschaftler im lösungsorientierten Schlusskapitel seiner gerade auf Deutsch erschienenen historischen Analyse «Kapital und Ideologie».
Von einem solchen «partizipativen Sozialismus», vulgo Steuergerechtigkeit, können die fünf deutschen Beamt*innen in Felicia Zellers «Der Fiskus» nur träumen (und auch Piketty träumt ja nur, leider). Immerhin haben Nele Neuer, Bea Mtinnen, Elfi Nanzen, Reiner Lös und Fatma Tabak den Vorteil, sich gut genug mit dem geltenden Steuerrecht auszukennen, um a) zu bemerken, wenn ausgerechnet «Steuerberater, Investmentbanker, Wirtschaftsrechtsanwälte» oder auch nur der eigene Zahnarzt den Fiskus prellen, aber auch um b) selbst das eine oder andere legale Schlupfloch zu nutzen.
Ein Stück Wirtschaftsdichtung
Felicia Zeller, die laut ihrer Homepage nur noch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Angeführt von einem Stumpen, zuckelt der Tobler-Clan über die Bühne und saugt gierig die ersten Eindrücke auf, die der neue Gehilfe des Hauses verströmt. Der Stumpen steckt zwischen den Zähnen des Patrons – Carl Tobler, Erfindungen aller möglichen sowie unmöglichen Art; der Neuankömmling Joseph Marti steckt im schwarzen Anzug, eine unglückliche, aufgrund prekärer...
Wir lernen Bilder lesen. Was meinen die kämpferischen jungen Frauen aus Chile, was die Performance-Dokumentaristen, die vom Kampf des indigenen Mapuche-Volks im Grenzgebiet zu Argentinien erzählen, wenn sie im Schlussbeifall eine Hand vor ein Auge legen? Im Internet der Netzwerke ist die Geste ein bisschen bekannt, auf den Bühnen des Heidelberger Theaters wird sie...
Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die sich auch eine Literaturnobelpreisträgerin nicht besser ausdenken könnte. Die «Ibiza-Affäre» ist so ein Fall: Ein österreichischer Rechtspolitiker, der dabei gefilmt wird, wie er in einer spanischen Ferienvilla bei Unmengen von Zigaretten und Wodka Red Bull einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte das halbe Land...
