Spurlos

Esther Holland-Merten über Anne Nather «Das Weiß an den Rändern der Nacht»

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Anne Nather ist eine junge Autorin, die keine Angst vor Geschichten hat. Menschen finden sich in plötzlich veränderten Situationen wieder und begegnen sich und ihrer Umwelt unter neuen Vorzeichen. Meist ragen Krankheit, Unfälle oder Tod in ihre Texte hinein, die zu dem Versuch zwingen, sich dem Leben in all seinen Widrigkeiten zu stellen.

«Das Weiß an den Rändern der Nacht», ein Auftragswerk der Theater Chemnitz, stellt zwei sehr unterschiedliche Brüder in den Mittelpunkt – David und Aaron, die, konfrontiert mit dem Tod ihres jüngsten Bruders, ihr Zentrum verlieren.

Unüberbrückbare Differenzen stehen zwischen ihnen: Während Aaron sich früh von zu Hause abgenabelt hat, verheiratet ist und bald zum ersten Mal Vater wird, hat David sich eine Zukunft verwehrt, hat nach Abitur und Zivildienst die Entscheidung getroffen, bei seinem todkranken Bruder Matti und den Eltern zu Hause zu bleiben.

Der Verlust des Bruders führt Aaron und David zueinander, doch erste Annäherungsver­suche scheitern. Um dem Gefühl der inneren Leere sowie dem Druck, diese Leere mit etwas füllen zu müssen, aus dem Weg zu gehen, stürzt David sich in eine heimliche Liebesbeziehung zu Toni, einer jungen Pflegerin, die ...

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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 161
von Esther Holland-Merten

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