Spur der Steine
Schon schön, wenn einem Performancekunst erstmal lauter Fragezeichen aufs Gesicht malt. Im dunklen hohen Saal des Heizhauses auf dem Gelände der Berliner Uferstudios blickt man auf quer durch den Raum gebaute Mauern. Ziegel aus Steinwolle, meterhoch gestapelt und anscheinend wenig stabil – «Nicht anlehnen!», warnt eine Hilfskraft. Es gibt zwei dieser Mauern, parallel bilden sie eine Gasse. Darin klingt alles, was um sie herum performt wird, dumpf und schallgedämmt.
Die Musikerinnen des Duos Tocar an Geige und Flügel etwa, die sich beim improvisierten Spiel an Landkarten auf ihren Tablets orientieren. Oder die Stimmen von Claudia Splitt und Florian Feigl, die in Overalls vors Mikrofon treten und, von Pausen unterbrochen, abwechselnd einen Text vortragen, der vor dem Publikum eine etymologische Karte der Insel Zypern ausbreitet.
Tatsächlich erschließt sich die Performance-Installation «Green Line» von Jörg Laues Lose Combo am ehesten im Modus des Wanderns. Wobei weniger das sportliche als das umherschweifende Wandern gemeint ist, nicht nur der Füße, sondern auch der Augen, Ohren und Gedanken. Wahrnehmungswandern sozusagen. Eine Praxis, die Laue schon seit Gründung der Lose Combo ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Eva Behrendt
Ein kurioses Ballett: Haie tanzen galant und leichtfüßig zur Musik von Chopin. Die Passagiere an Bord der «Medusa» dagegen tanzen lustvoll zu den 100 Schlägen, die einen Matrosen töten werden, der gefoltert wird, weil er einer Adeligen zu viel geflucht hatte. Na dann, gute Unterhaltung! In Christian Weises Mannheimer Bühnenversion von Franzobels Roman «Das Floß der...
Irgendwann setzte sich dann im Kreise der Berliner Bekannten die Redeweise durch: «Machen wir’s wie die Volksbühne?» Was ungefähr bedeuten sollte: Hauen wir nicht auf die Pauke, ducken wir uns weg, schlüpfen wir irgendwie durch. Nennen wir es «soft start». Das war nach dem dritten Monat, der auf einen viel zu stillen Sommer folgte, da man Premieren mit der Lupe...
ERÖFFNUNGSSONG
Gustav
Alles was ich berühr wird zu Scheisse Warum hast du mich verlassen, Vater? Du sagtest stets aufgegeben wird nur ein Brief Du führtest mich durch die stürmische Flut, in die Berge, die Straße entlang. Ich brauche dich, Vater Auf Knien bitt ich dich Ich brauche dich, Vater Glaub an mich.
Herzlich Willkommen Schwestern und Brüder Kunstgenießer...
