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Falk Richter verlegt Thomas Bernhards «Heldenplatz» an die Münchner Kammerspiele, und Sebastian Baumgarten sendet Heinar Kipphardts «Bruder Eichmann» als Filmpremiere aus der Mediathek des Residenztheaters

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Mit Skandalen ist es so eine Sache, vor allem mit den bestellten. Nach der beabsichtigten Sprengwirkung fehlt es mitunter am feinen Gerät, um den Schutt zu sieben und zu sichten, nicht zuletzt auf mögliches Material für weiterführende Diskurse. Sonst bleibt es bei der großen Geste der Empörung – und bei den Misthaufen, die sich die Kontrahenten gegenseitig schwungvoll vor die Haustür kippen.

 

1988 spaltete die Bundespräsidentschaft des ehemaligen Wehrmachtsoffiziers und SA-Mitglieds Kurt Waldheim die österreichische Gesellschaft und provozierte erstmals eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle während der NS-Zeit. Verständlicherweise wünschte sich der damalige Burgtheaterintendant Claus Peymann einen möglichst explosiven Beitrag seines Hauses zum doppeldeutig als «Bedenktag» ausgerufenen 50. Jahrestag vom «Anschluss» Österreichs an Nazi-Deutschland im März 1938. Schließlich gilt es, endgültig aufzuräumen mit dem bequemen Narrativ der Alpenrepublik als Hitlers erstem Opfer. Und was liegt da näher, als das Werk bei Österreichs konsequentestem «Nestbeschmutzer» Thomas Bernhard in Auftrag zu geben? Die Lunte zündet bereits vor der Uraufführung am 4. November 1988, ...

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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen

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