Sprachlos beredt
Dass vor Beginn der Vorstellung die Stimme von Martin Kušej ertönt, ist derzeit normal. Aber während der Direktor üblicherweise an die Einhaltung der gerade geltenden Schutzmaßnahmen appelliert, hört sich seine Tonbandansprache diesmal etwas anders an. Das Kasino sei ein «shared space», aber kein «safe space», sagt Kušej, wer sich nicht sicher fühle, könne das Theater jetzt verlassen.
Und: «Diejenigen, die hier bleiben, bitten wir, ihre persönlichen, intellektuellen, emotionalen und körperlichen Grenzen zu schützen und es bitte nicht auf die vorherrschenden Umstände zu schieben, wenn die Dinge nicht so laufen sollten, wie von Ihnen erwartet.»
Das klingt gefährlicher, als es dann kommt, aber die Dinge laufen an diesem Abend tatsächlich etwas anders als gewohnt. Die flämische Regisseurin Lies Pauwels hat mit drei Burgschauspieler:innen (Stefanie Dvorak, Max Gindorff, Hans Dieter Knebel) und vier jungen Gehörlosen (Ruben Grandits, Wesal Jahangiri, Julia Oberroithmair, Habib Teamori) das Stück «Stadt der Affen» entwickelt, das auf spielerische Weise der existenziellen Frage nachgeht, wie Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen funktionieren kann.
Der Titel verweist auf den ...
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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Wolfgang Kralicek
ERÖFFNUNGSSONG
Gustav
Alles was ich berühr wird zu Scheisse Warum hast du mich verlassen, Vater? Du sagtest stets aufgegeben wird nur ein Brief Du führtest mich durch die stürmische Flut, in die Berge, die Straße entlang. Ich brauche dich, Vater Auf Knien bitt ich dich Ich brauche dich, Vater Glaub an mich.
Herzlich Willkommen Schwestern und Brüder Kunstgenießer...
In Karlsruhe geht die Bombe gleich am Anfang hoch. Der «gute Gott» überreicht Jennifer ein Paket. Dann knallt’s. In Ingeborg Bachmanns Hörspiel «Der gute Gott von Manhattan» von 1957 steht die Szene am Ende. Es ist aber noch weiteres anders in der Karlsruher Bühnenfassung, die Anaïs Durand-Mauptit inszeniert hat – als Bachelorarbeit im Fach Regie, das sie an der...
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