Sprechtest-Dummys

Yasmina Reza «Im Schlitten Arthur Schopenhauers»

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Die Schotten dicht! Auch nicht «der Hauch eines Ereignisses» soll noch hereindringen in die Welt des Philosophen Ariel Chipman, der sich vom vernunftgläubigen Spinoza-Experten zum depressiven Schopenhauer-Jünger gewandelt hat. Die Weltverneinung auf den Fahnen, befindet sich Chipman im Schlitten auf der Fahrt in den Tod.

 

Draufgesetzt hat ihn Yasmina Reza – mit «Kunst», «Drei Mal Leben» und «Ein spanisches Stück» angeblich die meistgespielte Autorin des Welttheaters –, die «Im Schlitten Arthur Schopenhauers» ursprünglich als schmalbrüstigen 72-Seiten-Roman geschrieben hat (glänzend ins Deutsche gebracht von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel, 2006 im Carl-Hanser-Verlag erschienen): acht sich kreuzende, bissig funkelnde Monologe, in denen der unglückselige Philosoph, seine genervte Ehefrau, ein Freund und eine Psychiaterin aneinander vorbeireden. Besinnungslose Redeschwälle von durchschlagender Banalität zur (De-)Maskierung einer Midlife-Crisis der gebildeten Stände. Die Wege von Spinoza zum Aldi-Markt, von Schopenhauer zur Krawattenfrage, von der Depression zum Orangenschälen werden im Halbsatz zurückgelegt. In den Leerstellen des Geredes lauern bei der Lektüre die kleinen ...

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Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Chronik, Seite 44
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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