Spontane Interaktion

Mannheim Nationaltheater, Werkraum: Martin Heckmanns «Einer und Eine» (U)

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In aktuellen Theaterstücken kommt es nicht so häufig vor, dass zwei sich richtig verlieben. Geschieht es dann doch, schießt Amor seine bittersüßen Pfeile vornehmlich im Supermarkt ab. Vor fünf Jahren etwa lernte eine gewisse Katja einen Martin in einem Elektromarkt kennen. Das war in Roland Schimmelpfennigs «Hier und Jetzt»; die beiden wären am liebsten gleich vor einem der Re­gale übereinander hergefallen. Jetzt ist es wieder so weit: Sie heißt Grete, steht am Kühlregal eines Supermarktes und studiert das breitgefächerte Angebot im Quarksegment.

Da fällt was, auf dem Boden vermischt sich Sahne mit geforenen Himbeeren, und plötzlich blickt sie in die Augen von Jakob. Die beiden verlieben sich Knall auf Fall.

Dass immer noch 66 Prozent aller Singles und sogar die mit akademischem Hintergrund an Liebe auf den ersten Blick glauben, hat ge­rade die Umfrage einer im Edelsegment ope­rierenden Online-Partnervermittlung ergeben. Gut, mag Martin Heckmanns sich gedacht haben: Wenn da immer noch so viel Roman­tik unterwegs ist, unterziehe ich sie doch einem Härtetest und konfrontiere den Zustand glühender Verliebtheit mit all den Kleinigkeiten, die verhindern, dass wir selbst in emotionalen ...

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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Jürgen Berger

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