Liebesinvestitionen
Einmal sieht die Kamera der Psychologin Chris bei der Arbeit zu. Gerade hat sie der jungen erfolglosen Schriftstellerin (Jana Hampel) vor ihrer Nase sanft geraten, sich doch nicht selbst so unter Druck zu setzen, da bricht es aus der Patientin heraus: «Meine Eltern haben in mich investiert, die haben mir mein Studium finanziert, die erwarten doch, dass da was kommt! Die ganze Gesellschaft erwartet doch was von mir.
Das bin ja nicht nur ich, die ich mich lieben muss, es müssen mich ja auch die anderen lieben!»
Damit bringt die Patientin nicht nur ihr eigenes, sondern das Dilemma ihrer Generation auf den Punkt. Auch Tochter Kathi könnte Chris hier wiedererkennen: Kathi ist Schauspielerin, alleinerziehend und meistens arbeitslos, jagt voller Hoffnung von Casting zu Casting und will sich nicht von ihren romantischen Berufsträumen verabschieden. Doch Kathi gegenüber bleibt Chris nicht halb so gelassen wie in ihrer gut laufenden Praxis: Das prekäre Kind darf auch mit Ende zwanzig noch keine Verantwortung für sich selbst übernehmen, Mutter plant nicht nur ihren Umzug in die großzügige Wohnung unter der eigenen, sondern will Kathi, die sie für überfordert hält, am liebsten auch gleich noch ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Eva Behrendt
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