Sofa statt See

Tschechow «Die Möwe» am Staatstheater Mainz

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Eigentlich geht es in Anton Tschechows «Möwe» vor allem um die Träume der jungen Generation und ihren Wunsch, als Künst -ler:innen Karriere zu machen – obwohl sie gemeinsam fern der Stadt auf einem abgelegenen russischen Landgut an einem See versammelt sind. In der jugendlich anmutenden Inszenierung von Milena Mönch am Staatstheater Mainz sind es überraschenderweise trotzdem die älteren Figuren, die am meisten berühren. So wiederholt sich das Schicksal der Figuren im Duell: jung gegen erfahren, auch im Spiel.

Lisa Mies gibt die alternde Schauspielerin Irina so dominant, kettenrauchend und vulgär, dass man fast angewidert versteht, warum ihr Liebhaber, der arrivierte Schriftsteller Trigorin, sie zunächst der jungen Schauspielerin Nina vorzieht. Er folgt Irina nach ihrer ihn sexuell in die Unterwerfung zwingenden Standpauke in die Stadt, macht aber gleichzeitig Nina (Carlotta Hein) Hoffnungen. Daniel Mutlu verpasst dem ständig um sich selbst kreisenden Schriftsteller den katzenhaft-weltentrückten Charme, den es braucht, um gleich mehrere Menschen ins Unglück zu stürzen.

Zum Beispiel Sohn Kostja (Carl Grübel), der von seiner narzisstischen Mutter und ihrem berühmten Freund in den ...

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Theater heute Oktober 2026
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Grete Götze

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