So reden Rattenfänger
Das Theater braucht Skandale, um sich seiner Bedeutung zu vergewissern. Nun hatte es einen, in Bochum, aber er löste sich bald auf. In der Premiere stürmten Zuschauer auf die Bühne und versuchten handgreiflich, einen Schauspieler in der Rolle eines Rechtsradikalen zum Schweigen zu bringen, in der zweiten Vorstellung gab es Zwischenrufe, in der dritten nur noch konzentriertes Schweigen und unterdrücktes höhnisches Gekicher.
Tiago Rodrigues’ provokantes Stück «Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten» hatte sechs Jahre nach der portugiesischen Uraufführung seine erste deutsch -sprachige Inszenierung in Bochum. Eigentlich sollte das Stück die spezielle politische Situation in Portugal treffen, 2020, während seiner Entstehung. Portugal hat 40 Jahre Diktatur des Salazar-Regimes (1932–1974) hinter sich, seit 2020 ist die rechtsradikale Partei «Chega!» auf dem Vormarsch und wurde 2024 zur drittstärksten Partei. Was aus der portugiesischen Situation entwickelt worden war, ist aber mittlerweile ein europäisches Phänomen. Rodrigues’ eigene Inszenierung tourte durch ganz Europa, Avignon, Paris, Wien, Frankfurt usw.
Faschisten erschießen?
Ausgangspunkt ist der Tod der ...
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Theater heute April 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Gerhard Preußer
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– bürgerlicher Name Volkhart Armin – war Maler, Fotograf, Choreograf, Performer, Tanztheaterleiter und manches mehr. Der systematische Gesamtkunstwerker hat einige der radikalsten und konsequentesten Grenzüberschreitungen zwischen den Künsten der letzten 50 Jahre entworfen, wobei Grenzüberscheitung auch nicht das richtige Wort ist, weil er sich um Grenzen ohnehin...
Jede irdische Macht ist Gewalt über Menschen, und die Zeit wird kommen, da es keine Cäsaren mehr geben wird. Der Mensch tritt ein ins Reich der Wahrheit und Gerechtigkeit, wo keine Macht mehr vonnöten sein wird.» Diese Prophezeiung trifft in Michail Bulgakows fantastisch verschachteltem Literaturmärchen «Der Meister und Margarita» ein gewisser Jeschua Ha-Nozri, in...
