Zeit der Narren
«Wo fing das an, was ist passiert, was hat dich bloß so ruiniert?», singen «Die Sterne» seit 1996. Gute Frage. Zwei sehr unterschiedliche Romanadaptionen am Schauspiel Düsseldorf geben zwei sehr ähnliche Antworten: Das Leben ist passiert, es fing an mit der Gesellschaft und ihren Zwängen, und alles ruiniert hat schließlich der Krieg als Brandbeschleuniger: Tilmann Köhler inszeniert Lew Tolstois 2000-Seiten-Brett «Krieg und Frieden» als eingängige Familien-Dramedy.
Und André Kaczmarczyk verwandelt Daniel Kehlmanns «Tyll» in einen Comedia-dell’-Arte-Schwank hart am Rande des Abgrunds.
Bühnenbildner Karoly Risz nimmt die Idee des Geschichtspanoramas wörtlich: Er baut für «Krieg und Frieden» einen schwarzen 34-Meter-Laufsteg durch die langgezogene Halle des «Central» und platziert das Publikum auf ebenfalls sehr langen, einander gegenüberliegenden Tribünen. In diesen Catwalk eingelassen sind drei kleine Drehbühnen. Darauf dreht eingangs das zu Wachsfiguren erstarrte Ensemble seine Runden, bevor es sich in den Tanz-, Diskussions- und Selbstdarstellungstrubel einer Soirée des Jahres 1805 stürzt. Es folgen fünfeinhalb Stunden mit sehr viel Bewegung, Marschieren, Tanz, zornigen Debatten, ...
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Theater heute April 2026
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Cornelia Fiedler
Die Best-of-Festivals im Mai – das Berliner Theatertreffen und die Mülheimer Stücke! Mit Programmen, Gegenvorschlägen – und Porträts: Guido Lamprecht performt ein Fünf-Stunden-Solo mit Michel Houellebecqs «Serotonin»; Paulina Alpen zelebriert Thomas Melles manisch- depressive Selbsterfahrung aus «Welt im Rücken»
Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 67....
Wie finster die Welt geworden ist, kann man in den jüngeren Inszenierungen am Badischen Staatstheater Karlsruhe schon beinah körperlich spüren. Ob in Ewald Palmetshofers «Die Verlorenen» oder Bertolt Brechts «Furcht und Elend des Dritten Reiches» – stets suchen Figuren vor dunklem Hintergrund nach Halt. Vergeblich! Ähnlich düster mutet Adrian Figueroas Adaption von...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
11. Otto, Show Must Go On – Tribute to Freddie Mercury
R. Ingmar Otto
ALTENBURG/GERA, THEATER
17. Reza, Der Gott des Gemetzels
R. Felix Wolfgang Metzner
AUGSBURG, STAATSTHEATER
25. von Goethe, Stella
R. Milena Mönch
BADEN-BADEN, THEATER
11. von Mayenburg, Ellen Babic (DE)
R. Otto Kukla
BAMBERG, ETA HOFFMANN THEATER
30. Seethaler,...
