Slow up!
Alles low hier, low voltage, low speed, low key, auch low noise und vielleicht sogar, irgendwie, wenn das denn im Theater geht, low carb (oder fat). Ein kleiner, ganz und gar nicht auftrumpfender, langsamer Zaubererabend im Mainzer Großen Haus, von Thom Luz mit dem Musiker Mathias Weibel erarbeitet. Ein kleines Ensemble von Low-Performern (was in diesem Zusammenhang alles andere als abwertend zu verstehen ist) übt sich im Slow-up. Und alles ist, selbstverständlich, ziemlich lowtech: Die Magie der Dinge, des echten Theaters, verträgt kein technisch-digitales Brimborium.
Stehen, schauen, singen: Auch Thom Luz ist ein Meister des stumpf starrenden, kleinen Chors. Denis Larisch ist der Herr der Nebelmaschine, wie man in das Rohr hineinbläst, so kommt es heraus, eine Umzugskiste qualmt wie ein Wohnungsbrand, und eine Trommel macht Rauchringe, die über die gesamte Bühne sausen – um am Bauch von Antonia Labs zerschellen. Die sieht vor lauter roten Kleidern das Kostüm nicht mehr. Graham F. Valentine singt und mischt todernst österreichisches Deutsch und schottisches Englisch, Wer sind sie, hu, Who are you, huh, Who – vom Sublimen zur Blödelei ist nur ein Schritt –, während Ulrike Beerbaum ...
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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Peter Michalzik
Aalen, Theater der Stadt
2. Goldoni, Mirandolina
R. Karin Eppler (Schloss Wasseralfingen)
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
1. nach Grimmelshausen,
Das abenteuerliche Leben des Simplicissimus
R. Laura und Tobias Goldfarb/Lisa Quarg
Berlin, Schlosspark Theater
17. Schiller, Die Jungfrau von Orleans
R. Stefan Kleinert
28. Goldoni, Mirandolina
R. Stefan Kleinert
Coburg,...
Sieben Frauen singen. Ein Pianist darf begleiten. Und die Kunst dreht sich um sich selbst. Das ist Herbert Fritschs «Wer hat Angst vor Hugo Wolf?» am Schauspielhaus Zürich, der erste Liederabend des zurzeit radikal komischsten Universalgenies im deutschen Theater. Für diesmal begnügt sich Fritsch nicht – wie etwa in seiner Zürcher Musicalparodie auf den «Schwarzen...
Die Hauptrolle hat der Vorhang. Genau genommen ist er eigentlich kein Vorhang, sondern eher ein riesiges wallendes Organ, das sich in kaum wahrnehmbarer Geschwindigkeit von hinten nach vorne und zurück bewegt, Menschen ausspuckt und sie wieder verschwinden lässt. Zum Beispiel diesen traurigen alten Mann. «Ich bin eine äußerst groteske Gestalt», sagt der irgendwann...
