Silikon überlebt!
Frage: Man findet nach einem Flugzeugabsturz fünf Leichen mit Silikonimplantaten, was ist das? Antwort: eine Girlgroup.» Nun ist dies keine Anekdote aus der amerikanischen Bestattungsunternehmer-Serie «Six Feet Under», sondern ein ganz normaler Schweizer Bestattungsunternehmer-Witz und hat eigentlich nicht wahnsinnig viel mit Max Frischs Roman «Homo Faber» von 1957 zu tun. Und schon gar nicht mit Stefan Puchers Inszenierung des «Homo Faber» am Zürcher Schauspielhaus.
Abgesehen vom Flugzeugmotiv und der Gleichschaltung des Menschen, insbesondere der Frau, im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit. Und abgesehen von der Crash-Dramaturgie. Denn Stefan Puchers Frisch-Bearbeitung (gemeinsam mit dem Dramaturgen Robert Lehniger), die «Homo Faber»-Welturaufführung, gibt sich zersplittert, verstreut, in Fragmenthaufen wieder zusammengebacken und mit einem Kern, der genauso fremdkörprig daherkommt wie ein unversehrtes Silikonimplantat nach einem Flugzeugabsturz. Was um Himmels Willen ist also geschehen?
Es war einmal ein Roman, der streckenweise nichts anderes war als ein helvetisches «Heart of Darkness» oder eine helvetische «Lolita», auch ein bisschen ein helvetischer «Mann ohne ...
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