Sie hat ihn geliebt
Auf die Kunst, Emotionen freizusetzen, ohne ironisch oder sentimental zu werden, hofft man im Theater oft so vergeblich wie das bankrotte Städtchen Güllen in Dürrenmatts Schullektüre-Dauerbrenner auf einen Retter. Die junge Regisseurin Maria Elena Hackbarth aber packt hier lebendiges Fleisch auf das Gerippe der Lehrbuch-Dramaturgie. Und zwar, indem sie die oft einfach vorausgesetzte Vorgeschichte ernst nimmt: dass Claire Zachanassian und Alfred Ill sich einmal geliebt haben.
Freilich wird Dürrenmatts Groteske dabei nicht auf eine unglückliche Romanze heruntergedimmt: Unaufdringlich souverän erzählt Hackbarth von der Verführbarkeit der Masse und dem Verdrängen individueller Schuld, indem man sich von dieser Masse schlucken lässt. Aber da die Inszenierung, unter anderem durch chorische Elemente, stets den spielerischen Behauptungscharakter von Theater betont, gewinnt sie besondere Glaubwürdigkeit. Konkret: Dass Birgit Bücker und Oliver Jacobs für die Hauptrollen eigentlich etwas zu jung sind, erlaubt ihnen eine unpeinliche Emotionalität, da selbst realistisch-emphatisches Spiel hier immer stilisiert wirkt. Und wenn dann Ill bei einer letzten gemeinsamen Zigarette nach dem gemeinsamen ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Andreas Jüttner
Franz WilleHasko Weber, Sie haben angekündigt, in zwei Jahren als Stuttgarter Schauspielintendant aufzuhören – nach dann insgesamt acht Jahren als Theaterleiter. Warum das? Es läuft doch gerade so gut.
Hasko WeberWir haben auch noch große Dinge vor, wenn wir nach der Interimsspielzeit im Herbst zurück ins Schauspielhaus ziehen. Aber ich halte die Entscheidung für...
Duzen Sie Ihren Chef? Herrscht bei Ihnen auch diese lockere Arbeitsatmosphäre mit offener Tür, Relaxzone und dem Zwang, mit irgendwem Mittagessen zu gehen? Und ist Ihnen
das auch manchmal unheimlich? Ein Arbeitsverhältnis, das angeblich auf Vertrauen basiert, aber letztlich nichts daran ändert, dass man Sie irgendwann kündigt, Ihr Chef aber nur abgefunden werden...
Journalisten haben böse Ausdrücke dafür, wenn einer, wie sie sagen, «die Tinte nicht halten kann», und das ist schon selbst einer dieser bösen Journalisten-Ausdrücke. Die Not der Verknappung kennen auch die darstellenden Künste. Am kürzesten ist das Prokrustesbett des Ausdrucks im Film, und das ist ein Grund, warum der Schauspieler Joachim Meyerhoff so gut wie nie...
