Senza fine

Goldoni/Zwach «Trilogie der Sommerfrische»

Theater heute - Logo

Sommerferien, die vermeintlich schönste Jahreszeit, aber auch emotionaler Ausnahmezustand, vor allem, wenn man sich von der akribisch eingefädelten Urlaubsbekanntschaft die letzte Rettung der prekären Existenz erhofft und alles darauf ankommt, nur ja im richtigen Moment auf der richtigen Party zu sein.

Schon die Frage, wer mit wem und auf wessen Kosten reist und was in den Koffer soll, wenn die bestellten Klamotten noch nicht einmal bezahlt sind, kann zu hysterischer Hyperventilation führen – zumal wenn der Regisseur Herbert Fritsch heißt und sich für seinen Saisonrausschmeißer am Münchner Residenztheater mit «Trilogie der Sommerfrische» von Carlo Goldoni eine zeitlos angeschmuddelte Gesellschaftssatire ausgesucht hat, die von seiner persönlichen Dramaturgin Sabrina Zwach noch mit einer gehörigen Portion Zoten angereichert wurde.

Nach erprobtem Muster vor psychedelischer Streifenprojektion schickt Fritsch diesmal allen voran Sebastian Blomberg als powackelnden Badelatschen-Casanova und Markus Hering als abgebrannten Notheiratskandidaten ins Feld. Umschwirrt werden die beiden sonnenverbrannten Schwerenöter von zwei apricotfarben aufgerüschten, dauerkreischenden Barbiepüppchen (Nora ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Chronik München:, Seite 67
von Silvia Stammen

Weitere Beiträge
Die lächerliche Finsternis

ANMERKUNG ZU DER ETWAIGEN UMSETZUNG DES SKRIPTS AUF EINER THEATERBÜHNE

Da es sich um ein Hörspielskript handelt und nicht um einen originären Theatertext, bedarf es bei einer etwaigen Umsetzung auf einer Bühne einer umfassenden Transformation. Veränderungen in der Dramaturgie, Streichungen, das Einfügen von Fremdtexten o.Ä. in größerem Maße ist daher nicht...

Die Banalität des Bösen

Bekannt wurde die 1977 geborene Rumänin Gianina Carbunariu durch ihre Arbeiten als Autorin und Regisseurin in der Freien Szene. Ihre jüngsten Performances aber entstanden zunehmend als internationale Koproduktionen in Repertoiretheatern. Kürzlich erhielt sie auch den renommierten rumänischen Theaterpreis UNITER für dokumentarisches Theater (der eigens für ihre...

Endlich am Anschlag

Auf dem Titel des zahlenstärksten Theaterbuchs der Saison prangt schon seit Jahren eine weiße Sta­tisitikkurve vor rotem Grund, die steil nach oben weist. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man, dass die Fotovorlage um 45 Grad gedreht ist und die Kurve an ihrem obersten Punkt eigentlich gerade abfällt. Was die gerade veröffentlichte «Theaterstatistik 2012/13» des...