Lächerlich und nicht zum Lachen
Der Kolonialismus ist auch nicht mehr das, was er mal war. Anno 1899 waren die Verhältnisse noch erfreulich übersichtlich. Joseph Conrad schrieb sein «Herz der Finsternis», und Kapitän Marlow schipperte im Auftrag einer belgischen sogenannten Handelsgesellschaft den Kongo hinauf auf der Suche nach einem Elfenbeinagenten, der dort ein finsteres Schreckensregime aufgebaut hatte.
Tatsächlich hatte jener Kurtz nur die Prinzipien der kolonialen Ausbeutung auf die Spitze getrieben und unter anderem gegen seine einstigen europäischen Mitverbrecher gerichtet, die Afrika unter dem Vorwand der Zivilisierung brutal ausbeuteten. Dass diese Zivilisation jene Barbarei, die sie angeblich zivilisieren wollte, aufs Barbarischste übertraf, war die grausige Pointe von Conrads Klassiker.
Ende der 70er nahm sich dann Francis Ford Coppola der Vorlage an und brachte sie auf den Stand der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Film «Apocalyse now» begleitete einen amerikanischen Offizier, der während des Vietnam-Kriegs den verschwundenen Colonel Kurtz aufspüren sollte, der sich im Schatten von Napalm-Angriffen und Massakern an der Zivilbevölkerung in den Dschungel abgesetzt und dort als gefürchteter ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Festivals/Aufführungen, Seite 26
von Franz Wille
Es ist ist wie mit Kindern, wenn sie spielen, dass sie gerade eine Prinzessin oder eine böse Hexe sind. Ernst ist es natürlich auch, schließlich musste man als Zuschauer ja das Handy abgeben und wurde wie am Flughafen kontrolliert. Die Strafgefangenen, die in den folgenden vierzig Minuten durch die Zuschauerreihen gehen, können auch Kontakt mit der Außenwelt...
ANMERKUNG ZU DER ETWAIGEN UMSETZUNG DES SKRIPTS AUF EINER THEATERBÜHNE
Da es sich um ein Hörspielskript handelt und nicht um einen originären Theatertext, bedarf es bei einer etwaigen Umsetzung auf einer Bühne einer umfassenden Transformation. Veränderungen in der Dramaturgie, Streichungen, das Einfügen von Fremdtexten o.Ä. in größerem Maße ist daher nicht...
«Nichts», tönt Nadine Geyersbachs Stimme aus einem Ding, irgendwo zwischen Sitzsack, Fruchtblase und riesigem Marshmallow. «Nichts … ist aussichtsloser zu schildern als Leere. Nichts schwerer zu veranschaulichen als Monotonie.» Eine Welterschaffung: Anne Sophie Domenz hat ihrer Inszenierung von Schillers «Maria Stuart» am Theater Bremen eine Textcollage...
