Lächerlich und nicht zum Lachen

Wolfram Lotz’ «Die lächerliche Finsternis» wird von Dusan David Parizek in Wien zum ersten Mal erleuchtet. Der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei

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Der Kolonialismus ist auch nicht mehr das, was er mal war. Anno 1899 waren die Verhältnisse noch erfreulich übersichtlich. Joseph Conrad schrieb sein «Herz der Finsternis», und Kapitän Marlow schip­perte im Auftrag einer belgischen sogenannten Handelsgesellschaft den Kongo hinauf auf der Suche nach einem Elfenbeinagenten, der dort ein finsteres Schreckensregime aufgebaut hatte.

Tatsächlich hatte jener Kurtz nur die Prinzipien der kolonialen Ausbeutung auf die Spitze getrieben und unter anderem gegen seine einstigen europäischen Mitverbrecher gerichtet, die Afrika unter dem Vorwand der Zivilisierung brutal ausbeuteten. Dass diese Zivilisa­tion jene Barbarei, die sie angeblich zivilisieren wollte, aufs Barbarischste übertraf, war die grausige Pointe von Conrads Klassiker.

Ende der 70er nahm sich dann Francis Ford Coppola der Vorlage an und brachte sie auf den Stand der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Film «Apocalyse now» begleitete einen amerikanischen Offizier, der während des Vietnam-Kriegs den verschwundenen Colonel Kurtz aufspüren sollte, der sich im Schatten von Napalm-Angriffen und Massakern an der Zivilbevölkerung in den Dschungel abgesetzt und dort als gefürchteter ...

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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Festivals/Aufführungen, Seite 26
von Franz Wille

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