Gefängnis Dänemark

Shakespeare «Hamlet»

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Es ist ist wie mit Kindern, wenn sie spielen, dass sie gerade eine Prinzessin oder eine böse Hexe sind. Ernst ist es natürlich auch, schließlich musste man als Zuschauer ja das Handy abgeben und wurde wie am Flughafen kontrolliert. Die Strafgefangenen, die in den folgenden vierzig Minuten durch die Zuschauerreihen gehen, können auch Kontakt mit der Außenwelt pflegen, vor der sie ja eigentlich weggeschlossen worden sind. Zu eng sollte der aber nicht ausfallen. Es sind mehr als zehn Justizvollzugsbeamte im Einsatz.

Projekte wie die schmale Best-off-Version des «Hamlet» in der Mannheimer Justizvollzugsanstalt (JVA) können damit rechnen, dass Zuschauer begeistert sind und darüber hinwegsehen, dass ihre Begeisterung schweren Jungs gilt. Derjenige, welcher zum Beispiel gleichzeitig die Gertrud und den Claudius spielt, schreibt im Programmheft, er sei im Rotlicht-, Drogen- und Rockermilieu unterwegs gewesen. Er ist ein Monument von Mann und gönnt sich auf der kleinen Bühne in der Sporthalle der JVA Mannheim einen leicht maliziösen Ton. Das hat Charme und dürfte der Rolle ent­sprechen, die er auch im Gefängnis spielt: die des Zellenältesten, der klar macht, wo es langgeht, nicht laut, aber ...

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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Chronik Mannheim, Seite 66
von Jürgen Berge

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