Sein eigenes Universum

Zum Tod des Autors, Dramatikers, Filmemachers und Weißbiergenies Herbert Achternbusch

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Herbert Achternbusch war nicht einfach, und er hat es auch niemandem einfach gemacht. 1938 als unehelicher Sohn im stockkatholischen Bayern geboren, von der Mutter umstände-, aber teilweise wohl auch empfindungshalber zu den Großeltern im ärmlichen Bayerwald gegeben und dort aufgewachsen. Die Mutter, die sich als Sport-, Schwimm- und Tennislehrerin in München durchschlug, durfte er nur in den Ferien besuchen.

In «Kopf und Herz» von 2005 hat er ihr und ihrer beider kompliziertem Verhältnis ein spätes Monolog-Denkmal gesetzt und sich eine weitere literarisch-dramatische Autobiografie geschenkt (abgedruckt in TH 10/2005). 

In Mietraching hinter Deggendorf lernte er kennen, was seine Romane, unzähligen Texte, 30 Stücke und vielen Filme seit Anfang der 1970er Jahre umtrieb: (nieder-)bayerische dörfliche Milieus, katholisch und patriarchalisch dominiert, die Frauen keinen Lebensraum ließen und Außenseitern noch weniger. Ihre beschädigten Menschen, zerriebenen Identitäten, deren Glückssehnsucht trotzdem nicht umzubringen ist, waren sein Thema. Da sammelten sich der Hass, die Wut und der anarchische Freiheitswille, den Achternbusch lebenslang kultiviert hat. Seine Sympathie galt ...

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Theater heute März 2022
Rubrik: Akteure, Seite 20
von Franz Wille

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