«Dann kam der Wechsel zu mir»

Die Schauspielerin Julia Bartolome wollte eigentlich gleich wieder weg aus Nürnberg. Ein Porträt

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Im Nürnberger Museum für Kommunikation kann man die Schauspielerin Julia Bartolome auf einer riesigen Leinwand stumm sehen. Sie macht da Miene zu den verschiedensten Stimmungen, zu denen der Mensch, wenn er sich nonverbal ausdrücken möchte, fähig ist. Sie hat Angst, freut sich, trauert, ist überrascht, wütend, sie ekelt sich und verzerrt ihre Züge vor Schmerz. Ein Spiel der Gefühle in Endlosschleife, und Eltern mit ihren Kindern sitzen davor und raten, was die Frau da wohl empfindet.

Manchmal liegen sie richtig, oft auch daneben, aber sie alle lernen, dass es gar keiner Worte bedarf, um seinem Gegenüber zu zeigen, wie es einem gerade so geht. 

Einspruch! Von Julia Bartolome. Da fehlt ihr denn doch etwas. Wie damals, als sie, ein kleines Mädchen von neun Jahren, auf Zehenspitzen tanzte und grazil Croisé derrière oder die Première position übte: die Sprache nämlich. Die hohe Kunst des Mienenspiels, der perfekte Körperausdruck – gut und schön. Aber wenn auch bei ihr das Wort nicht gleich am Anfang war, ohne gesprochene Inhalte, ohne die Vermittlung von Gedanken, Thesen, auch mal Unsinn oder Diffizilem kann sie sich ihren Beruf heute längst nicht mehr vorstellen. Die Kommunikation ist ...

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Theater heute März 2022
Rubrik: Akteure, Seite 22
von Bernd Noack

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