«Seid ihr gewillt, die Krone abzutreten?»
Die Sprachschablonen sind schnell auf einen Nenner gebracht: «Ich habe mir in der Sache nichts vorzuwerfen, um aber Schaden von Amt oder Partei abzuwenden, sehe ich mich dazu gezwungen ...» Ob es um Schwarzgeldmillionen oder Bonusmeilen geht, um Einkaufswagenchips oder echt große Beträge – Rücktritte gehören wie Wahlkämpfe zu den durchinszenierten Manövern in der Politik. Zumeist sollen sie wieder verbergen, was zuvor enthüllt wurde, denn mit dem «persönlichen» Opfer gilt in der Regel eine Affäre als abgeschlossen. Zumindest, was die politische Öffentlichkeit betrifft.
Es gibt aber auch die Durchsteher, wie Roland Koch oder Ex-Streetfighter Joschka Fischer («Wollen Sie mir jetzt meine Geschichte vorwerfen?»), die ein einmal angelaufenes Rücktrittsszenario sogar mit Prestigegewinn überstehen.
Die Fallbeispiele aus der deutschen Politik allein der letzten zehn Jahre sind kaum zu überschauen und haben weder mit bestimmten Parteien noch mit charakteristischen Biografien zu tun. Gerade deshalb lassen sie sich auch zu einem lesbaren Vorgang zusammenschieben. Wenigstens fünfzehn Rücktritte auf Bundes- oder Landesebene werden in Rimini Protokolls Radio-Feature angesprochen, dazu der ...
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