«Seid ihr gewillt, die Krone abzutreten?»
Die Sprachschablonen sind schnell auf einen Nenner gebracht: «Ich habe mir in der Sache nichts vorzuwerfen, um aber Schaden von Amt oder Partei abzuwenden, sehe ich mich dazu gezwungen ...» Ob es um Schwarzgeldmillionen oder Bonusmeilen geht, um Einkaufswagenchips oder echt große Beträge – Rücktritte gehören wie Wahlkämpfe zu den durchinszenierten Manövern in der Politik. Zumeist sollen sie wieder verbergen, was zuvor enthüllt wurde, denn mit dem «persönlichen» Opfer gilt in der Regel eine Affäre als abgeschlossen. Zumindest, was die politische Öffentlichkeit betrifft.
Es gibt aber auch die Durchsteher, wie Roland Koch oder Ex-Streetfighter Joschka Fischer («Wollen Sie mir jetzt meine Geschichte vorwerfen?»), die ein einmal angelaufenes Rücktrittsszenario sogar mit Prestigegewinn überstehen.
Die Fallbeispiele aus der deutschen Politik allein der letzten zehn Jahre sind kaum zu überschauen und haben weder mit bestimmten Parteien noch mit charakteristischen Biografien zu tun. Gerade deshalb lassen sie sich auch zu einem lesbaren Vorgang zusammenschieben. Wenigstens fünfzehn Rücktritte auf Bundes- oder Landesebene werden in Rimini Protokolls Radio-Feature angesprochen, dazu der ...
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Formbewusst in der Arbeit, analytisch scharf im Denken – das sind so Markenzeichen der Regisseurin Thirza Bruncken. Hartnäckiges Pusseln in den Unterschichten des Textes, Insistieren auf der pointierten Gestalt. Hier in Weimar, konfrontiert mit dem betulichen Familienschwank des gerade zwanzigjährigen Goethe, muss ihr die Entschlossenheit zur strengen Form...
Bochum, ich häng an dir.» Das geht immer noch tief rein ins Ruhr-Gemüt. Mit dem Grönemeyer-Song punktet jeder an der Königsallee in ehemals «4630 Bochum». Fünf Intendanzen ist es her, dass der Sänger des Liedes, das es da noch nicht gab, am Bochumer Schauspielhaus engagiert war. Drei Jahrzehnte später, an einem Abend im Mai 2006, steht ein anderer...
Es war Walter Filz, Preisträger des 50. Hörspielpreises der Kriegsblinden, der 2001 in seiner Dankesrede den Vorstellungen seiner Vorgänger, was denn das Radio sei, nachging. Das Ergebnis war erschütternd. «Eine mechanische Apparatur» sei es, durch das man «eines Tages die Fähigkeit der Wahrnehmung differenzierter Töne» verlieren könnte (Heinz Oskar Wuttig, 1954)....
