Liebe? Lieber nicht
Ohne Liebe geht es nicht. Nicht mal auf das Wort kann man verzichten. Aber, was nur meint man denn damit? «What we talk about when we talk about love» ist Raymond Carvers berühmteste Kurzgeschichte. Zwei Paare erzählen sich darin, mit alkoholisierten Köpfen, Geschichten über die Liebe. Es sind vor allem Geschichten über Ex-Männer, Ex-Frauen. Eine Frau erzählt, wie sie ihren Ex-Mann betreute, nachdem er sich wegen ihr auf stümperische Weise umzubringen versucht hat, bis er dann schließlich doch starb.
Sie liebe ihn heute noch, beteuert sie, ohne das in Anwesenheit ihres jetzigen Mannes im Geringsten abzuschwächen. «Auf so eine Liebe kann man doch verzichten», meinen die anderen. Doch die Verluste sind es, die die Liebe spürbar machen. Die Liebe lebt von den Verletzungen, die sie zerstören.
Robert Altmann hat mit «Short Cuts» vorgemacht, wie man aus vielen kurzen, kleinen Carver-Geschichten von gewöhnlichen Leuten einen großen Film machen kann. Diese Idee hat die Schweizer Theaterautorin und Filmemacherin Sabine Harbeke vor zwei Jahren aufgegriffen und für das Theater nutzbar gemacht. Sie erfindet andere Geschichten, nutzt aber dasselbe Verfahren: Aus vier Carver-Miniaturen ...
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Ja, da muss man sich doch einfach hinlegen: Die Wiener Festwochen 2006 begannen mit einem kollektiven Bed-in. Die Bühne für Ivo van Hoves Theateradaption des John-Cassavetes-Films «Faces» von 1968 besteht aus einer Bettenlandschaft; das Publikum verfolgt die im Stück verhandelte Ehekrise aus der Horizontalen (s. TH 8-9/05). Die Inszenierung ist eine Koproduktion...
Zwei Stücke zeitgleich am Londoner Royal Court fragen, welche psychologische (Spreng)-Kraft der Irakkrieg entwickelt in den Staaten, die ihre Kinder zum Kampf in die Wüste schicken. Wen sendet man aus, wen bekommt man zurück? Welche Verkantungen und Dunkelzonen saßen schon in den Soldatenköpfen, welche legt der Krieg frei?
Am Royal Court Downstairs schaut Simon...
In den letzten beiden Jahren auf Teneriffa unterzog sich der mit Depressionen und Ehekrisen kämpfende Dichter Franz Xaver Kroetz nach jahrelanger TV-Abstinenz einem aufopferungsvollen Selbstversuch und hätte sich dabei mittels Fernbedienung und Satellitenempfang Dutzender deutscher Privatkanäle wohl beinahe den Goldenen Schuss gesetzt. «Tänzerinnen + Drücker»...
