Emotionale Geländeerweiterung

Dorian Brunz «Das Kind malt» (U) im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken

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Ella und Kai sind damit beschäftigt, sich gegenseitig davon abzuhalten, endlich auch in den eige -nen vier Wänden mal was Gutes zu tun. Oder besser gesagt: Kai tut so, als würde er sich gerne dem Kind widmen, das seit Kurzem in einem der angrenzenden Räume sitzt und überaus selbstgenügsam vor sich hin malt. Und Ella? Sie lehnt das mit dem Kind ja nicht grundsätzlich ab, bremst Kai aber doch aus, weil sie wohl realistischer einschätzt, was so ein neues Leben für das eigene Leben im High-End-Loft bedeuten würde.

Warum das Kind hier gelandet ist, weiß nur Kai.

Die leibliche Mutter war wohl drogenabhängig und ist gerade gestorben. Die Antwort auf die Frage, ob Kai ganz plötzlich den Gutmenschen in sich entdeckt hat und warum er sich jetzt für deren Kind verantwortlich fühlt, steht in den Sternen. Wie dem auch sei, es kann ja sowie -so nicht funktionieren. Schließlich sitzt Ella auf gepackten Koffern und soll in New York einen Job als UN-Sonderbeauftragte antreten, während Kai nicht mal eine Orange schälen kann und in Zürich einen Vortrag halten soll, der noch nicht geschrieben ist. Und dann kommt auch noch die Quasselstrippe aus der Nachbarschaft vorbei, der angeblich die Zahnpasta ...

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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Jürgen Berger

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