Schöne neue Welt
Mit einem beherzten Griff ans Knie geht es voran. Das Bein wird angehoben, und der Fuß macht einen Schritt nach vorne. Ein Klaps auf den Po setzt den Unterleib in Bewegung. Nur mühsam kommt die Frau auf der Bühne voran, Griff für Griff und Schlag auf Schlag, bis sie sich anscheinend entrostet hat und spielend leicht ins Spagat fällt. Weitere ferngesteuerte Roboter-Menschen folgen und bevölkern den Salon, der an der Stirnseite von einer großen Showtreppe dominiert wird.
Alles hier ist blau gehalten, sogar die hochfahrbaren Holztäfelungen der Wände und die Tapeten, die zum allgemeinen Wohlbefinden mit einem Muster aus Ginko-Blättern mit zartgelbem Rand verziert sind. Nur die drei Kronleuchter und die im komplementären Orange gehaltene Tür links vorne setzen ein paar kräftige farbliche Akzente. Dann fängt die Bühne von Alissa Kolbusch an sich zu drehen und legt hinter den Kulissen weitere Bewegungskünstler in knallbunten Kostümen (Jenny Theisen) frei. Flummig weich wabbeln sie hier herum, haltlos und doch bemüht, die Kontrolle über ihre biegsamen Körper nicht zu verlieren.
In Constanza Macras jüngstem Stück «Hyperreal», mit dem das Düsseldorfer Schauspielhaus seine Spielzeit ...
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Theater heute November 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Gerald Siegmund
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