Film: Neue Selbstverständlichkeit

In ihrem Kinodebüt «Neubau» erfinden Tucké Royale und Johannes Maria Schmit den Heimatfilm neu

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Neue Selbstverständlichkeit› heißt, das Trauma zu überwinden, nicht vorgesehen zu sein», erklärt das Manifest, das der Performancekünstler Tucké Royale Anfang des Jahres bei der Preisverleihung des 41. Filmfestivals Max Ophüls Preis vorlas. Dort wurde ihm für das Buch und seine Hauptrolle in «Neubau» der Preis für den gesellschaftlich relevanten Film verliehen und die Regie­arbeit von Johannes Maria Schmit in der Kategorie «bester Spielfilm» ausgezeichnet.

Dass ihr selbsternannter Heimatfilm (übrigens das einzige originär deutsch/österreichische Filmformat) seine genretypischen Merkmale wie den kulturellen Clash zwischen urbanen und ländlichen Gesellschaften, generationenübergreifende Generationenkonflikte oder die unvermeidliche Naturidylle in völlig neue Er­zählungen einbetten wird, macht der Anfang des Films bereits explizit klar. Nach der aus­giebigen Studie eines Baumensembles zoomt sich die Kamera zurück durch Fenster ins Zimmer, um die irritierenden Hintergrundgeräusche zu bebildern, die zwei Männer bei ihren queeren Sexpraktiken verursachen – bis das Telefon klingelt, weil Großmutter Alma auf der Suche nach einem Blumenstrauß die Orientierung verloren hat.

Damit ist der ...

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Theater heute November 2020
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Anja Quickert

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