Schnitter und Schnittchen
Die Gegenwart liefert. Dramatisches Material, so weit das Auge reicht: Eben noch wurde der mittlerweile vorbestrafte Donald Trump erneut zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt, jetzt spricht sein neuer Buddy und künftiger Schleifer demokratischer Institutio -nen, zufällig der reichste Mann der Welt, Wahlempfehlungen für die AfD aus; steuert Österreich auf eine Regierungskoalition von FPÖ und ÖVP zu mit einem rechtsradikalen Kanzler Kickl, brennen in Windeseile die schönsten Wohnlagen der Demokraten-Hochburg Los Angeles ab.
Und wenn Sie, liebe Leser:innen, diese Ausgabe in den Händen halten, wird schon wieder noch mehr passiert sein.
Elfriede Jelinek schreckt die Desasterdichte nicht. Sie braucht nur an der Wirklichkeit entlangzuschreiben, weshalb bereits vier Tage nach Donald Trumps Wahlsieg Anfang November der Text «Endsieg» auf ihrer Website hochgeladen war. Und als am Hamburger Schauspielhaus eine Premiere ausfallen musste, sprang kurz entschlossen Falk Richter ein, der hier bereits vor sieben Jahren Jelineks erstes Trump-Stück «Am Königsweg» höchst erfolgreich zur Uraufführung brachte, um laut Porgrammzettel «der lähmenden Depression etwas ...
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Theater heute Februar 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 11
von Eva Behrendt
Es muss sich anfühlen wie eine ganze Reihe von Nackenschlägen, die Ca -rena Schlewitt im Herbst einstecken musste. Der Intendantin von HELLE-RAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, mit dem wunderbaren Festspielhaus am Rande Dresdens, einer der Leuchttürme der Freien Szene in Sachsen, ja, in Ostdeutschland, geht im nächsten Jahr möglicherweise das Geld aus....
Menschen und fast alle Tiere träumen. Jede und jeder völlig verschieden. Marina Abramovic behauptet, ihre Träume seien lediglich grün und blau. Wenn wir träumen, sind wir in einem gefährlichen Zustand, schwer zu wecken und leichte Beute für Feinde. Wenn der Zustand gefährlich ist und dennoch von der Evolution nicht eliminiert wurde, liegt doch der Schluss nahe,...
Nach Dinçer Gücyeters «Unser Deutschlandmärchen» am Gorki und «Archiv der Sehnsüchte» nach Deniz Utlu am Schauspiel Hannover ist Necati Öziris «Vatermal» bereits die dritte Romanadaption, die Regisseur Hakan Savas Mican innerhalb weniger Monate auf die Bühne bringt. Alle Inszenierungen erzählen aus der Perspektive von Söhnen der ersten Generation türkischer...
