Schluss mit dem verschnarchten Wilmersdorf!
Franz WilleWelche Dekoration für die Kassenhalle und welches Motto erwartet die Theatertreffen-Besucher denn in diesem Jahr?
Iris LaufenbergKein Motto! Das brauchen wir nicht mehr. Es war hilfreich, nicht zuletzt um Journalisten ein Reizthema zu geben. Man sollte das Theatertreffen auch als Ganzes betrachten, nicht nur als zehn einzelne Inszenierungen. Sondern als Dialog, als Debattenanreger, als Tableau. Aber das ist nun geschafft!
FWIn diesem Jahr findet das TT zum neunten und auch letzten Mal unter Ihrer Leitung statt.
Diese Position ist ja keine einfache und auch keine immer nur dankbare. Einerseits trägt man die Verantwortung für das Gelingen des Theatertreffens, andererseits entscheidet die Jury über die Einladungen. Was sind die Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten einer TT-Leitung?
LaufenbergUm die Frage zu beantworten, muss man auch ein bisschen zurückblicken auf meine ersten Jahre. Als ich anfing, war Joachim Sartorius schon ein Jahr im Amt als Intendant der Berliner Festspiele, und er hatte etwas Unerhörtes gewagt: einen Generationswechsel in der Kritiker-Jury eingeläutet, dem dann unmittelbar ein Generationswechsel bei den eingeladenen Regisseuren folgte. Kein Stein, ...
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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Best of … Theatertreffen, Seite 20
von Franz Wille
Das Lesen kann einen manchmal auf fast so dumme Gedanken bringen wie z.B. das
Spielen von «Counter Strike». Das gilt offenbar vor allem für die Lektüre von Dostojewski
und vor allem, wenn man ihn nur halb versteht. Die Wiedergänger der «Dämonen»-Helden aus Dostojewskis 900-Seiten-Roman von 1873 jedenfalls, die in Kornél Mundruczós «Zeit
der Besessenen» als «vierte...
Dass Theodor W. Adorno den Jazz geringgeschätzt hat, ist verbürgt. Jazzorchester erinnerten den Philosophen an Militärkapellen. Der Dramatiker Thomas Melle bastelt aus der kulturgeschichtlichen Petitesse eine Mini-Farce. Ein deutsches Paar in Israel: Während sie mit dem Kellner flirtet, widert ihn das bevorstehende Jazzkonzert schon beim Frühstück an. Obwohl er...
Der 1968 im libanesischen Deir-el-Kamar geborene Autor und Regisseur widmete sich
in seinen bisherigen Theatertexten der eigenen Familiengeschichte und dem sich darin spiegelnden Nahostkonflikt. Das ist auch in «Küste» so, einem Stück, das Wajdi Mouawad 1997 in Montreal zur Uraufführung gebracht hat. Im Kern des Stücks steht Wilfried, dessen französische Mutter bei...
