Odyssee für eine Leiche
Der 1968 im libanesischen Deir-el-Kamar geborene Autor und Regisseur widmete sich
in seinen bisherigen Theatertexten der eigenen Familiengeschichte und dem sich darin spiegelnden Nahostkonflikt. Das ist auch in «Küste» so, einem Stück, das Wajdi Mouawad 1997 in Montreal zur Uraufführung gebracht hat. Im Kern des Stücks steht Wilfried, dessen französische Mutter bei der Geburt starb und der gerade auch seinen aus dem Nahen Osten stammenden Vater verloren hat. Die französische Verwandtschaft allerdings verweigert die Bestattung in der Familiengruft.
Also expediert Wilfried den Leichnam in die libanesische Heimat, dort allerdings sind die Friedhöfe aufgrund des anhaltenden Nahost-Konflikts überfüllt.
Mouawad überlagert diese zentrale Geschichte allerdings mit Traumsphären und will unter anderem, dass der Leichnam des Vaters zu sprechen beginnt. Angesichts solch eines wuchernden Textgespinsts versteht es sich, dass man kürzen und sich fragen kann, ob zum Beispiel dieser Ritter Guiromelant, den Mouawad wie einen überforderten Sittenwächter an Wilfrieds Seite stellt, nicht ersatzlos gestrichen werden sollte. Regisseur André Rößler greift nun zwar zum Rotstift, kürzt aber demokratisch ...
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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Jürgen Berger
Es war 1995 bei den Proben zu «Nibelungen – Born Bad». Herbert Fritsch, der den Hagen spielte, hatte sich als Kostüm ein Kettenhemdröckchen, langes Blondhaar und schwarze Strumpfhosen ausgesucht. Als besonderen Clou bestellte er in der Schlosserei für jeden Auftritt ein immer größeres Schwert, das er schließlich in voller Bühnenbreite über die Szene schleifte. Da...
Montag, 2.
19.30, Theaterkanal: Feridun Zaimoglu im Gespräch
Samstag, 7.
19.20, 3sat: Theatertreffen 2011 in Berlin – die Eröffnung
20.15, 3sat: Das Werk – Im Bus – Ein Sturz – von Elfriede Jelinek, mit Susanne Barth, Lina
Beckmann, Rosemary Hardy, Thomas Loibl, Caroline Peters, Laura Sundermann, Michael
Weber, Kathrin Wehlisch, Julia Wieninger und Manfred Zapatka,...
Kimmigs Fassung von Gorkis Prä-Revolutionsdrama «Kinder der Sonne», geschrieben 1915 in Festungshaft, ist politisch erfreulich unsentimental. Kimmig lässt dezidiert alle Szenen weg, die bei Gorki auf einen bevorstehenden Aufstand der Unterschicht verweisen. Revolutionskitsch im BE-Stil oder vermeintlich «linkes» Kunstgewerbe-Pathos à la Lösch sind nicht so Kimmigs...
