Schluffis unplugged
Eigentlich ist «Das Helmi» überhaupt kein Theater. Zumindest keines, wo man angestrengt in die bewährte Kristallkugel aus Dramenliteratur, Inszenierungskonzept, Besetzungsidee etc. blicken muss. Das Helmi ist eher eine Stimmung, ein Geist, ein «spirit». Etwas, das sich an einem beliebigen Sonntagabend in der Berliner Kiez-Spielstätte Ballhaus Ost im dritten Stock unter knapp sechzig Zuschauern verströmen kann.
Einige lungern auf herumliegenden Matratzen, zwischen denen die Helmi-Knautschpuppenspieler gleich ihre Zigeuner-Pistole «Die Schönen und die Schmutzigen» ansetzen werden.
Unter einem Stuhl auf dem kleinen Publikumspodest hat sich’s ein zotteliger Hund gemütlich gemacht; die Besitzerin nippt am Rotwein. «Wäre es schlimm, wenn wir das Fenster aufmachen? Ich glaub wir ersticken hier sonst», meint ein Besucher. Darauf Helmi-Maestro Florian Loycke, schon mit Puppe in der Hand, in gewohnt entspanntem Mid-Tempo: «Nee, eigentlich nicht.» Und so flowt des Zimmerklima-Vorspiel auf dem Theater ins Stück rüber: «Willkommen im Zirkus des Fortschritts», singen die Helmis mit ihren Schaumstoff-Gypsies zu den Tunes des «Eagles»-Klassikers «Hotel California».
Charmant runtergedimmt
Diese ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Puppentheater, Seite 41
von Christian Rakow
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