Scheitern, klassisch
Dumpf ist das Volk und feierwütig. Dass sich die deutsche Geselligkeit unter Alkoholeinfluss gerne mal in Polonaisen Bahn bricht und dabei «Fiesta Mexicana» grölt, ist allgemein bekannt. Im Unterholz einer Berliner Grünanlage wirkt die Exotisierung der Migration im Deutschen Schlager allerdings besonders grotesk – eine Art Running Gag zwischen religiöser Prozession und militärischem Marsch, der vom Ensemble zwar angemessen lächerlich ausgeführt wird, aber längst nicht mehr lustig ist.
Natürlich interessiert sich das migrationshintergrunddiverse Berliner Gefängnistheater aufBruch in seinem Zugriff auf «Faust», den vielleicht deutschesten aller deutschen Klassiker, vor allem für die Gesellschaft und dafür, was diese «im Innersten zusammenhält». Wie wenig es dabei um individuelle Schicksale oder Perspektiven geht, macht Regisseur Peter Atanassow schon durch die Besetzung klar: Die Rollen des alten weißen Mannes Heinrich Faust und seines teuflischen Side-Kicks Mephisto hat er gleich dreifach besetzt: entindividualisiert, wie in jeder guten Parabel.
Zum vierten Mal bespielt aufBruch nun für einige Sommer-Wochen das Areal hinter dem Kulturbiergarten Jungfernheide, auf dem sich die ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Anja Quickert
Wie das Innere eines Gurkenglases schimmern die Bühnenwände: trübe, grün, irgendwie geheimnisvoll. Doch natürlich nur, wenn Licht auf sie fällt. Normalerweise steht das saure Gemüse in Reihen in dunklen Kellerregalen. Und so stehen auch die fünf Schauspieler als abstrakte Einlegeware in beige-braunen Jumpsuits (Bühne und Kostüme Heike Mondschein) nebeneinander...
AALEN, THEATER
3. Shakespeare, Hamlet
R. Tina Brüggemann
AACHEN, THEATER
19. Colectivo Yama nach Purcell und Dryden, The Indian Queens
R. Carlina Derks Bustamante und Daniel Cremer
AACHEN, DAS DA THEATER
3. nach Abuelaish, Ich werde nicht hassen
R. Ernst Konarek
ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
6. Schneider, Rattenkinder
R. Asia Schreiter (Junges Theater)
...
In meiner kurzen Festrede werde ich überwiegend auf das chilenisch-deutsche Verhältnis in Deinem Festivalprogramm fokussieren, was nicht schmälern soll, dass sich Dein Programm der letzten 30 Jahre liest wie ein «Who is Who» der internationalen Theaterszene. Respekt, wie viele Künstler:innen aus der ganzen Welt Du nach Chile gebracht hast, wie viele chilenische...
