Zurück in die Zukunft
Szenografisch spannt die Inszenierung einen gewaltigen Bogen: Lessings «Nathan der Weise» beginnt in einem poppig-postapokalpytischen «Mad Max»-Mittelalter – und mündet nach gut zwei Stunden in eine Art Reenactment des Gemäldes «Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Bibliothek des Schlosses Nöthnitz» (1874) von Theobald Reinhold von Oer.
Dieser Spagat gelingt in der Dresdener Spielzeit-Eröffnung im Staatsschauspiel der Bühnenbildnerin Pia Maria Mackert, die für den Auftakt fahrbare Po -deste entworfen hat, bestückt und beklebt mit rosa besprühten Radkappen und Müllskulpturen. Auch das Ensemble trägt Pink, gekreuzt mit Militär-Schlamm. Mit Tiermasken, Pfeifen und Schlaginstrumenten formiert es sich zu einem düster abgerockten Spielmannszug (Kostüme Regine Standfuss). Gleich in der ersten Szene – Nathan kehrt von einer Reise in sein abgebranntes Jerusalemer Heim zurück – exekutiert ein vermummter Henkersknecht eine Reihe kniender Gefanger mit Axt, Pistole oder bloßen Händen.
Die Welt, in der Hermann Schmidt-Rahmer seinen «Nathan» situiert, ist aus den Fugen; Mensch und Tier, Täter und Opfer unun -terscheidbar. Gleich zu Beginn schon hat Fanny Staffas Stimme aus dem Off ein ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Eva Behrendt
So ist das also mit der AfD in den besserverdienenden Kreisen: Man ist ein erfolgreicher, wenn auch zwielichtiger Rechtsanwalt, der schon als Jugendlicher keine Ausländer mochte, weil sich der gefühlskalte Vater nach dem Tod der Mutter eine Thailänderin ins Haus geholt hat. Später fühlt man sich dann in der coolen Kanzlei zurückgesetzt, weil eine Frau und zwei...
Er scheint gar nicht zu wissen, was Macht ist. Wollte er so ein richtig bösartiger Killer sein, müsste er das Monster in sich wohl erst noch entdecken. Dass Macbeth eine Lady braucht, die ihn zum Jagen trägt, ist auch in Darmstadt der Ausgangspunkt einer Inszenierung, die ganz nebenbei den Start einer neuen Führungstroika markiert. Alexander Kohlmann, Sabine Mäder...
Dieses Grandhotel hat schon bessere Tage gesehen. Ohnehin erinnert es mit Schwingtüren und Holzvertäfelung eher an einen Westernsalon als an ein Hotel der gehobenen Art. Aber man muss zugeben: Die Lage ist wirklich einzigartig. Mitten im See gelegen, zu erreichen nur per Boot und über einen geschwungenen Metallleiter-Steg. Aber trotzdem: Irgendetwas ist merkwürdig.
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