Untergang Ahoi
Ein irre lautes, explosionsartiges Wellen-Donnern, ein greller Blitz, der die Netzhaut flackern lässt: Die britische Singer-Songwriterin Anna Calvi entfesselt schon in ihrer Ouvertüre zu Robert Wilsons «Moby Dick» ein musikalisches Live-Inferno erster Güte. Während nichts als die gigantische Projektion eines aus grauen Wellen hervorschießenden Wals die Finsternis erhellt, ist alles schon da.
Dunkelweiche Walgesänge beschwören die unverstandene Schönheit und Harmonie der Meere; stampfendes Galeeren-Schlagwerk kündet vom zerstörerischen Eintreffen des Menschen, akustische Riesenwellen brechen inmitten des Publikums und liefern den ziemlich unverblümten Sicherheitshinweis: Obacht, der Ozean und seine Bewohner:innen sind stärker, als jedes von euch Menschlein zusammengezimmerte Schiff.
In 20 Szenen reduziert Altmeister Wilson die Handlung der Rachesaga von Herman Melville auf ein Minimum, zugunsten eines Maximums an assoziativem Licht- und Bilderzauber. Es dominieren Schwarz, Grau und das Weiß der Gesichter. Im Hintergrund laufen Cinemascope-Szenen der ersten «Moby Dick»-Verfilmung von 1956 ab, allerdings bis zur Unheimlichkeit verlangsamt. Davor agieren die Spieler:innen wie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Cornelia Fiedler
Theater heute Der Haushaltsentwurf des Bundes für 2025 sieht schlimme Einschnitte für die Freie Szene an zwei gravierenden Stellen vor. Einerseits soll der Fonds Darstellende Künste gekürzt werden von 10,3 Millionen Euro 2024 auf fast die Hälfte in 2025, nämlich nur 5,6 Millionen Euro. Dieser Fonds ist einer der großen und wichtigen überregiona -len Player in der...
Ein Windhauch weht durch die bunten Girlanden über der Freilichtbühne der Jenaer Kulturarena, während das siebenköpfige Ensemble vom Bühnenrand leise sein Good-bye singt. Und dann fängt es auch noch an zu regnen. Ein etwas kitschiger Abgang. Doch es wäre nicht das Jenaer Ensemble, wenn es so gehen würde. Also noch einmal anders: Good-bye in Krautrock-Manier. Es...
WWW.ARDKULTUR.DE
bis 2027, Rebels
Deutschland 2022, Regie Çagdas Eren Yüksel Dreiteilige Doku-Serie über politische Künstler:innen aus der Musik-, Comedy- und Aktionskunst-Branche, darunter Enissa Amani, Nico Semsrott, Disarstar, Blond, PTK, Cesy Leonard, Philipp Ruch, Peng Kollektiv, Shahak Shapira, Moritz Neumeier und Ton Steine Scherben.
WWW.ARTE.TV
bis...
