Santa Lucia!
In Zürich tobt gerade ein Kulturkampf. Im ehrwürdigen Zürcher Schauspielhaus, dem sogenannten Pfauen, wo einst Leopold Lindtberg regierte, Maria Becker brillierte, zahlreiche ehemalige Burgintendanten ihre letzte Direktorenruhe fanden, wo Christoph Marthaler vertrieben wurde und Matthias Hartmann schöne Abende am See verbrachte, in diesen Tempel der Kunst soll ein McDonald’s einziehen.
Noch lädt im Restaurant–bereich unten rechts nur das «Santa Lucia», ein auf Stil bedachter Italiener zu Pizza und Carpaccio, aber schon bald droht eine «Fast-food-Filiale» auf der anderen Seite des Haupteingangs. Sogar zweistöckig! Unterschriftenlisten liegen aus, die Fronten verhärten sich. Der Pfauen stehe doch für «kulturelles Erleben, für Verweilen, für gemeinsame Denkräume». Nun sind Fastfood-Ketten sicher nicht zum längeren Verweilen gedacht, das widerspräche der Natur ihrer Sache. Doch einem Big Mac das kulturelle Erlebnis abzusprechen, ist vielleicht auch ein bisschen streng. Und wer kann das gemeinsame Denken verhindern, weil Pommes mit Majo serviert werden? Aber egal – es geht um Wichtigeres: Plastikbecher gegen edle Kelche. Cola gegen Wein. Das Schweizer Abendland wird sich entscheiden ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 4
von Franz Wille
Und plötzlich ist da eine, die leuchtet. Ein Stern. Kein Star, aber ein Stern. Ein Star hat diese Aura einer irgendwie absonderlichen Besonderheit, einen Tick, einen Spleen, eine Masche, die ihn sofort wiedererkennbar macht, ein Markenzeichen oder auch nur eine Marketing-Strategie. Ein Stern ist lauter. Nicht lauter im Sinn von mehr als laut, obwohl auch er sich...
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