«Wie kann ich noch nasser werden?»
Und plötzlich ist da eine, die leuchtet. Ein Stern. Kein Star, aber ein Stern. Ein Star hat diese Aura einer irgendwie absonderlichen Besonderheit, einen Tick, einen Spleen, eine Masche, die ihn sofort wiedererkennbar macht, ein Markenzeichen oder auch nur eine Marketing-Strategie. Ein Stern ist lauter. Nicht lauter im Sinn von mehr als laut, obwohl auch er sich hervortut und heraussticht und nie einer Masse angehören wird. Nein, lauter in diesem altmodischen Sinn von rein. Von unkorrumpierbar. Und darin durchaus auch von eigensinnig und stur.
All das, denkt man sich so, gehört und passt zu Carolin Conrad.
Aber zuallererst, als sie zum ersten Mal in Zürich auf der Bühne stand, Mitte September 2009, als die Zeit der Frauen anbrach am Schauspielhaus, die Ära Barbara Frey und zugleich das Ende der Maria Stuart, als also Barbara Frey im Schiffbau Schillers «Maria Stuart» inszenierte und Carolin Conrad die Elisabeth spielte, da war das Leuchten ganz unmetaphorisch. Eher so ein Nicole-Kidman-vor-der-Botoxphase-artiges Leuchten. So eine Nicole-Kidman-in-«Eyes Wide Shut»-artige Transparenz des Gesichts und des Spiels. Ein feines, helles, bewegliches Gesicht, das unendlich differenziert ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Akteure, Seite 46
von Simone Meier
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«Nullen und Einsen» ist...
