Braunschweig: Wohnzimmer des Grauens
Alles ist verzerrt. Eine Landschaft aus Sitzmöbeln auf weißem Teppich füllt das Braunschweiger Kleine Haus über den gesamten Zuschauerraum bis an die ebenfalls mit weißem Stoff bespannten Wände der Bühne aus. Dazwischen eine einzige Wohnzimmerlampe, ein Flügel und überall Zuschauer, die schon vor Beginn der Show von Tochter Isabelle (Ursula Hobmair) zum Eintreten aufgefordert werden.
Sie ist die Gefangene dieses Seelenhauses, aus dem es keinen Ausweg gibt, in dem sich auch in den Rängen immer wieder eine fatale Familiengeschichte wiederholt, aus der sich Isabelle, inzwischen eine junge Frau mit schweren Depressionen, nicht zu befreien weiß.
Mit der Videokamera stellt sie das Gespenst ihrer Mutter (Sandra Fehmer) zur Rede, die, wie immer die Contenance wahrend, erst das Fotoalbum durchblättert und dann noch einmal von vorne zu erzählen beginnt. Wie sie Isabelles Vater, einen berühmten, aber gefühllosen Dirigenten (Moritz Dürr) mit dem Familienfreund und Regisseur David (Tobias Beyer) betrog und sich im folgenden Rosenkrieg immer wieder gegen die gemeinsame Tochter entschied. Isabelle muss alles mit ansehen, verwandelt sich auf ihrem Adlerhorst im ersten Rang mit Perücke und ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Chronik: Braunschweig, Seite 56
von Alexander Kohlmann
1./Montag
20.15, arte: Molière Spielfilm (1977) von Ariane Mnouchkine, mit Philippe Caubère, Frédéric Ladonne, Odile Cointepas, Joséphine Derenne u.a.
6./Samstag
21.15, 3sat: Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner: Wahnfried. Richard und Cosima Fernsehfilm (1986) von Reinhart
Baumgart, mit Otto Sander, Tatja Seibt, Peter Matic, Christoph Waltz u.a.,
Regie Peter Patzak...
Und plötzlich ist da eine, die leuchtet. Ein Stern. Kein Star, aber ein Stern. Ein Star hat diese Aura einer irgendwie absonderlichen Besonderheit, einen Tick, einen Spleen, eine Masche, die ihn sofort wiedererkennbar macht, ein Markenzeichen oder auch nur eine Marketing-Strategie. Ein Stern ist lauter. Nicht lauter im Sinn von mehr als laut, obwohl auch er sich...
Der Regisseur, ein Wiedergänger von Woody Allens erfolglosem 80er-Jahre-Künstleragenten Danny Rose, ist stinksauer. Er hat herausgefunden, dass die nichtsnutzigen Schauspieler, mit denen er hier seit Wochen ein ernst zu nehmendes Bühnenwerk zu kreieren versucht, hinter seinem Rücken Filme drehen – mit seinem Assistenten, in seinem Bühnenbild. Eine gängige Praxis,...
